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Denkwürdiger Jahrestag in Tibet

An diesem Dienstag feiert Peking den 50. Jahrestag der Gründung der „Autonomen Region Tibet“ – doch für viele Tibeter ist das kein Grund zum Feiern

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Denkwürdiger Jahrestag in Tibet

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An diesem Dienstag feiert Peking den 50. Jahrestag der Gründung der „Autonomen Region Tibet“ – doch für viele Tibeter ist das kein Grund zum Feiern. Sie fordern einen freies Tibet, so auch ihr geistliches Oberhaupt, der Dalai Lama – hier bei seinem 80. Geburtstag im Juni, den er im britischen Glastonbury zelebrierte.

Seit fast 60 Jahren lebt er im Exil und fordert immer wieder bei seinen Besuchen rund um die Welt eine echte Autonomie für Tibet. Der Friedensnobelpreisträger spricht sich für einen gewaltfreien “Weg der Mitte” aus, doch Peking lehnt das ab.

Die “Autonome Region Tibet” mit der Hauptstadt Lhasa ist Teil des chinesischen Staatsverbandes. Doch sie umfasst nur die Hälfte des alten Siedlungsgebiets, das oft als “Dach der Welt” bezeichnet wird.

Am 10. März 1959 hatten sich Tausende Tibeter gegen China erhoben. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. 80.000 Menschen kamen ums Leben. Viele Menschen flüchteten über die Berge ins Exil und folgten dem Dalai Lama nach Indien. Er ließ sich in Dharamshala am Fuß des Himalaja nieder. Heute leben in Indien rund 110.000 Tibeter. Gespräche für eine Unabhängigkeit Tibets und eine Rückkehr des Dalai Lama scheiterten über die Jahre immer wieder.

Anlässlich des 50. Jahrestags des tibetischen Aufstands kam es in der Hauptstadt Lhasa zu Unruhen, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Die Proteste weiteten sich auch auf die Nachbarprovinzen aus. Zahlreiche Menschen starben, viele Menschen wurden verhaftet. Die Tibeter klagen seit Jahren über religiöse Unterdrückung. Die chinesischen Behörden beschuldigten den Dalai Lama, für die Proteste kurz vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking verantwortlich gewesen zu sein. Er wies die Anschuldigungen entschieden zurück und forderte erneut mehr Autonomie für die Region.

Mit Selbstverbrennungen machen immer wieder Tibeter auf ihre Lage aufmerksam. Seit 2011 haben sich mehr als 100 Männer und 24 Frauen mit Benzin übergossen und in aller Öffentlichkeit angezündet. Ein Ende des Konfliktes ist nicht in Sicht.