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Syrien: Französische Reporter schildern den Alltag der Dschihadisten

Die Hass- und Hinrichtungsvideos der Islamisten in Irak und Syrien kennt jeder: Über ihr alltägliches Leben ist dagegen nichts bekannt. Zwei

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Syrien: Französische Reporter schildern den Alltag der Dschihadisten

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Die Hass- und Hinrichtungsvideos der Islamisten in Irak und Syrien kennt jeder: Über ihr alltägliches Leben ist dagegen nichts bekannt.

Meinung

Die Angst war allgegenwärtig.

Zwei französische Journalisten haben diesen Sommer aber gut eine Woche bei islamistischen Kämpfern in Syrien verbracht.

Farouk Atig (ein früherer Mitarbeiter von Euronews) und Yacine Benrabia hatten zu ihnen schon 2012 Kontakt: Damals besuchten sie die Stadt Aleppo – der Bürgerkrieg war bereits im Gange, aus heutiger Sicht aber stand er noch ganz am Anfang.

Der Kontakt von damals ermöglichte es ihnen, jetzt erneut zu den Kämpfern in das bürgerkriegszerrissene Syrien zu reisen.

Als gefährlich empfanden sie dabei schon den Grenzübertritt – über eine durchlässige Grenze, an der man sich aber eben doch zwischen türkischer Armee und diversen Islamistenmilizen durchmanövrieren musste.

Auch danach, in Syrien selbst, sei die Angst allgegenwärtig gewesen, sagt Atig – vor einem Beschuss oder einem Angriff einer anderen Miliz oder auch von Seiten der Armee.

Ihre Eindrücke haben Atig und Benrabia zu einem Dokumentarfilm verarbeitet, den sie auf der (kostenpflichtigen) französischen Videowebseite www.spicee.com präsentieren.

Zuvor hatten die Journalisten ihren Aufenthalt in Syrien auch schon ausführlich in der französischen Zeitung JDD geschildert.

Was ihnen vor allem auffiel, waren die Frauen, die in den Reihen der Gruppe kämpfen und die sich auch gegenüber den Reportern äußerten.

Im Telefongespräch mit Euronews betont Farouk Atig, das sei anders als bei der IS-Miliz. Im Gegensatz zu dieser bestehe diese Gruppe aber auch vor allem aus syrischen Kämpfern, weniger aus Zugereisten.

Am meisten habe ihn aber ihre Entschlossenheit beeindruckt, mit der sie ebenfalls einen islamischen Staat errichten wollten.

Das sei ein Vorhaben, bei denen ihnen ihr eigenes Leben unwichtig sei – und das gelte auch für die Väter kleiner Kinder, die im Film beim gemeinsamen Spielen zu sehen seien.