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Verhaftet als 17-Jähriger: UN protestieren gegen geplante Exekution in Saudi-Arabien

Menschenrechtsgruppen und die Vereinten Nationen haben Saudi Arabien aufgerufen, die Exekution eines jungen Mannes zu stoppen, der zum Zeitpunkt

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Verhaftet als 17-Jähriger: UN protestieren gegen geplante Exekution in Saudi-Arabien

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Menschenrechtsgruppen und die Vereinten Nationen haben Saudi Arabien aufgerufen, die Exekution eines jungen Mannes zu stoppen, der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 17 Jahre alt war. Ali Mohammed Al-Nimr soll an einem unbekannten Termin geköpft und dann gekreuzigt werden.

Dem Neffen eines ebenfalls verurteilter schiitischer Geistlichen und Menschenrechtsaktivist wird vorgeworfen, an Protesten und gewalttätigem Widerstand gegen die Staatsgewalt beteiligt gewesen zu sein.

“Dies ist ein sehr politisch motivierter Fall, das zeigt schon die angeordnete Strafe: Nämlich nicht nur die Todesstrafe, sondern die Kreuzigung, die für solche Fälle vorgesehen ist, in denen man ein Exempel statuieren will”, so Maya Foa von der Menschenrechtsgruppe Reprieve in London.

Weil alle juristischen Wege ausgeschöpft sind, kommt jetzt nur noch eine königliche Begnadigung in Frage. Die Aktivisten fordern London und Washington auf, ihre gute Beziehungen zu Riad zu nutzen, kritisieren aber, beide Regierungen hätten bislang offenbar ihre wirtschaftlichen Interessen vorangestellt.

Das britische Außenministerium sagte auf Anfrage, man werde sich des Falles anzunehmen. Die Abschaffung der Todesstrafe sei eine britische Priorität.

Al-Nimr soll an den Protesten in der vorwiegend schiitischen Stadt Qatif an der Ostküste im Jahr 2012 teilgenommen, mit dazu aufgerufen und verletzten Demonstranten geholfen haben. Ihm wird auch vorgeworfen, Bomben gebaut und Teil einer Terrorvereinigung gewesen zu sein. Menschenrechtsaktivisten sprechen von einem Foltergeständnis und kritisieren, er habe keinen Anwalt bekommen.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Saudi-Arabien den Vorsitz des UN-Menschenrechtsrats einnehmen soll. Die im Juni gefällte aber erst im September bekannt gewordene Entscheidung zog angesichts der Menschenrechtslage in dem Königreich internationale Kritik nach sich. Eine UN-Konvention, die auch Saudi-Arabien unterzeichnet hat, verbietet die Exekution Minderjähriger.