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Schöner wohnen im Potemkinschen Olympia-Dorf

Schöne neue Olympia-Welt: Das war doch gerade erst, dass Anfang 2014 die Wintersportler in Sotschi um die Medaillen kämpften und im schicken

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Schöner wohnen im Potemkinschen Olympia-Dorf

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Schöne neue Olympia-Welt: Das war doch gerade erst, dass Anfang 2014 die Wintersportler in Sotschi um die Medaillen kämpften und im schicken Olympischen Dorf wohnten. Doch nun ist daraus eine Geisterstadt geworden. So mancher mag sich an die verlassenen Städte rund um Tschernobyl erinnert fühlen. Statt vieler Familien sind hier Plünderer und Randalierer zuhause. Ein Bewohnerin ist empört: “Der Handtuchhalter wurde geklaut. Die fehlen hier mittlerweile alle. Heizungen, Waschbecken – all’ das wird hier gestohlen.”

Im April vergangenen Jahres, zwei Monate nach den Winterspielen, hatte das Organisationskommitee noch vollmundig versprochen, dass das gesamte olympische Dorf in ein Wohnviertel umgewandelt werde. So mancher ist dem Ruf gefolgt – und hat das bitter bereut:.“Ich bin im Juni 2014 hier hergekommen und habe gesagt: Schaltet Wasser und Strom an, dann werde ich hier einziehen. Doch erst im März dieses Jahres hat die Verwaltung Wasser und Strom angeschaltet.”

Das Meiste ist immer noch Fassade, mehr Schein als Sein. Russland hat nicht nur die teuersten olympischen Winterspiele der Geschichte ausgerichtet. Das Land hat wohl auch eines der größten Potemkinschen Dörfer der Welt.