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So schlecht war das dritte Börsen-Quartal

Tiefrotes drittes Quartal Im dritten Quartal hatten heftige Turbulenzen die Börsen weltweit fest im Griff. Belastet wurden die Kurse in erster Linie

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So schlecht war das dritte Börsen-Quartal

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Tiefrotes drittes Quartal

Meinung

Die Händler müssen in den kommenden Wochen sehr vorsichtig sein.

Im dritten Quartal hatten heftige Turbulenzen die Börsen weltweit fest im Griff. Belastet wurden die Kurse in erster Linie von den Sorgen um die chinesische Wirtschaft. Diverse Daten deuteten auf eine Abschwächung des Wachstums hin. Daraufhin rauschten die Börsen in China in die Tiefe und zogen auch die globalen Märkte ins Minus.

Der Börse in Shanghai ist es bis zum Ende des Quartals nicht gelungen, sich vom schwarzen Montag Ende August zu erholen. Sie mußte einen Verlust von mehr als 26 Prozent einstecken. Singapour verlor mehr als 20 Prozent und der Nikkei Index verzeichnete ein Minus von mehr als 12 Prozent.

Im Nahen Osten haben vor allem die Länder des Golf-Kooperationsrates und Ägypten Verluste erlitten, insbesondere durch die fallenden Ölpreise. In der Region kamen die Börsen in Abu Dhabi und in Dubai noch relativ gut davon. Während Saudi Arabien ein Minus von 18 Prozent einstecken musste und Ägypten einen Verlust von mehr als 14 Prozent verzeichnete.

Auch für die europäischen Märkte lief es nicht rund. Sie hatten die schlechtesten Ergebnisse seit der Schuldenkrise 2011. Mehrere Ereignisse schickten die Kurse auf Talfahrt: die Griechenlandkrise, die Flüchtlingskrise und zuletzt der VW-Skandal.

Für den DAX ist das Quartal mit einem Kursverlust zu Ende gegangen. Spanien, Großbritannien und Frankreich verzeichneten ebenfalls Verluste.

Die US Wall Street wurde auch mit nach unten gezogen. Bei der Talfahrt spielten neben externen Faktoren auch die Fed eine Rolle, denn die US-Notenbank verschob mehrmals die Anhebung der Leitzinsen. Am Ende des Quartals verzeichnete der Dow Jones einen Verlust von mehr als 8 Prozent.

Die Anleger warten jetzt gespannt auf die Erträge der Unternehmen, die im Laufe des Monats veröffentlicht werden. Viele Firmen haben die Erwartungen gedämpft und die Vorhersagen für 2016 sind eher pessimistisch.

Analyse: “Kein Investment kann den Werterhalt garantieren.”

Daleen Hassan, euronews:
“Um die Ergebnisse des dritten Quartals genauer zu analysieren, sprechen wir nun mit Nour Eldeen Al Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS securities in Abu Dhabi. Das dritte Quartal endete mit schweren Verlusten am globalen Finanzmarkt. Wird sich dieser Trend fortsetzen und wie lautet Ihre Vorhersage, falls die Leistungen weiter schwach bleiben?”

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“An den Märkten herrscht immer noch Unsicherheit, insbesondere nach der Veröffentlichung des US-Jobberichts in der vergangenen Woche. Die Aussicht ist weiterhin unklar, denn wir verfügen über keine soliden Wirtschaftszahlen, um Schätzungen anzustellen. Die Situation des dritten Quartals in diesem Jahr könnte sich jedoch negativ auf das vierte Quartal auswirken. Aus diesem Grund müssen die Händler in den kommenden Wochen sehr vorsichtig sein.”

euronews :
“Genauso wie die globalen Finanzmärkten haben die Börsen im Nahen Osten und in Nordafrika den niedrigen Ölpreis zu spüren bekommen. Was könnte diese Börsen in der kommenden Periode beeinflussen?”

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“Die Kurse an den Börsen im Nahen Osten und in Nordafrika werden natürlich von den weltweiten Entwicklungen beeinflusst. Der Ölpreis bleibt jedoch der entscheidende Faktor. Er hat sich ein wenig stabilisiert, aber es gibt immer noch Talfahrten und das schadet den Kursen. Die geopolitischen Spannungen in der Region um Jemen haben den Druck auf die Finanzmärkte erhöht. Die Schätzungen hängen auch mit der Lage weltweit zusammen. Wenn die geopolitischen Spannungen anhalten, dann könnte sich das auch auf den Nahen Osten und Nordafrika auswirken, insbesondere nach der russischen Intervention in Syrien.”

euronews:
“Es ist bekannt, dass sich die Anleger bei einem Kursverfall in sichere Häfen flüchten. Warum hat Gold nicht mehr davon profitiert?”

Nour Eldeen Al-Hammoury:
“Gold wird meistens von zwei Faktoren beeinflusst: Unsicherheit und die Angst vor Inflation. In den vergangenen Monaten hat die Unsicherheit auf dem globalen Finanzmarkt die Nachfrage nach Gold stimuliert bzw. hat die Unsicherheit die Talfahrt des Goldpreises die wir in diesem Jahr beobachtet haben, gestoppt. Was die Inflation anbelangt, sind die Vorhersagen Richtung Null. Kein Investment nicht einmal der Kauf von Gold kann der Werterhalt garantieren. Wenn die Vorhersagen für die Inflation wieder nach oben gehen, wird der Goldpreis vielleicht mehr profitieren als jetzt.”

euronews:
“Alle warten jetzt gespannt auf die Erträge der Unternehmen. Die Vorhersagen wurden kurz vor der Veröffentlichung der Ergebnisse nach unten korrigiert. Versuchen sie dadurch schlechte Ergebnisse abzufangen? Wie schätzen Sie das ein?”

Nour Eldeen Al-Hammoury :
“Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit. Wie wir wissen war das dritte Quartal das schlechteste seit Jahren. Aus diesem Grund haben die Unternehmen natürlich ihre Schätzungen der globalen Nachfrage und der Erträge, gekürzt. Wir warten jedoch noch immer auf die konkreten Nachweise und darauf, einen Blick auf die Erträge des dritten Quartals zu werfen. Vielleicht stimmen die Vorhersagen vielleicht auch nicht. Und wir sollten nicht vergessen, dass Kapitalinvestmentfirmen weltweit ihre Schätzungen nach unten korrigiert und Angestellte entlassen haben. Das trug zur Unsicherheit am Finanzmarkt bei.”