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Kiew verteidigt sich: "Luftraumsperrung lag vor"

Eine Sperrung über dem Konfliktgebiet lag vor - doch das Flugzeug wurde in einer Höhe über der Sperrung getroffen...

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Kiew verteidigt sich: "Luftraumsperrung lag vor"

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Nach Angaben aus Kiew lag eine Luftraum-Sperrung über dem umkämpften Gebiet in der Ostukraine zum Zeitpunkt des Absturzes vor. Damit verteidigte sich die ukrainische Regierung gegen Vorwürfe aus dem niederländischen Abschlussbericht.

Dmytro Babeichuk, Vorsitzender des Luftfahrtunternehmens “Ukraerorukh”, erklärte auf einer Pressekonferenz: “Im Jahr 2014 hat der ukrainische Verteidigungsminister entschieden, den Luftraum bis zu einer Höhe von 7.900 Metern zu schließen, um die Sicherheit der zivilen Luftfahrt über dem Konfliktgebiet zu gewährleisten. Damals konnte sich niemand vorstellen, dass solch schlagkräftige Ausrüstung wie etwa eine BUK-Rakete gegen ein ziviles Flugzeug eingesetzt werden könnte”.

Die Ukraine und Russland machen sich gegenseitig für den Abschuss verantwortlich. Die Maschine war nach Angaben von Malaysia Airlines auf ca. 10.000 Meter unterwegs, als sie von den Radaren verschwand. Ihr war zuvor eine Flughöhe von 10.700 Metern zugewiesen worden.

Vizepremier Hennadiy Zubko machte erneut Russland für das Unglück veranwortlich: “Das Gebiet, von dem aus die Rakete abgefeuert wurde, war unter der Kontrolle der von Russland unterstützten Kämpfer. Es waren russische Waffen, die das Flugzeug zum Absturz gebracht haben. Es ist unmöglich für ungeübte Menschen, solche Waffen zu bedienen. Das war höchste Zielgenauigkeit. Der Sprengkopf traf das Cockpit. Deswegen denken wir, dass der Abschuss mit russischer Anleitung geschah”.

Unter der Leitung der Niederlande untersuchten Spezialisten über ein Jahr lang die Wrackteile der Boeing. Mit den gefunden Trümmerteilen rekonstruierten sie einen Teil der Maschine.

euronews-Korrespondentin Maria Korenyuk berichtet aus Kiew: “Die Informationen aus dem Abschlussbericht des MH17-Absturzes waren keine Überraschung. Es war eher eine Wiederholung von zuvor bereits Bekanntem. Doch während die technischen Ermittlungen abgeschlossen sind, gehen die strafrechtlichen Untersuchungen weiter. Die Frage, wer für das Unglück im Donbass verantwortlich ist, wird wohl frühestens Anfang 2016 beantwortet werden. Dann soll in den Niederlanden der Untersuchungsbericht eines internationalen Ermittlungsteams vorgestellt werden”.