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Terroranschlag von Ankara: Zwei mutmaßliche Täter benannt, Nachrichtensperre verhängt

Vier Tage nach dem verheerenden Selbstmordanschlag mit 97 Toten in Ankara hat die türkische Regierung die Namen zweier mutmaßlichen Täter bekannt

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Terroranschlag von Ankara: Zwei mutmaßliche Täter benannt, Nachrichtensperre verhängt

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Vier Tage nach dem verheerenden Selbstmordanschlag mit 97 Toten in Ankara hat die türkische Regierung die Namen zweier mutmaßlichen Täter bekannt gegeben. Beide hätten möglicherweise Verbindungen zur IS-Miliz oder der PKK gehabt und seien auf einer Beobachtungsliste geführt worden. Bei einem soll es sich um den Bruder des mutmaßlichen Attentäters von Suruc handeln.

Unterdessen wurden der Polizeichef Ankaras seines Amtes enthoben und die Leiter der Sicherheits- und Geheimdienstabteilung suspendiert. Damit sollen weitere Ermittlungen möglich werden, hieß es. Präsident Erdogan hatte zuvor einen ihm unterstellten Rat beauftragt, eigene Nachforschungen anzustellen.

Zu den weiteren Ermittlungen verhängte die Justiz nun aber erst einmal eine Nachrichtensperre. Damit gelten offiziell und bis auf Weiteres mehrere Organisationen als mögliche Urheber.

“Die Operationen gegen die IS-Miliz gehen weiter”, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in einem Fernsehinterview. “Auch gegen die PKK werden wir die Operationen fortsetzen, denn wir haben Geheimdienstinformationen, dass Militante der PKK und auch der DHKP-C im Nordirak als Selbstmordattentäter ausgebildet und in die Türkei geschickt wurden. Wir haben diese Bedrohungen gleichzeitig.” Die Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front DHKP-C ist eine marxistisch-leninistische Untergrundorganisation in der Türkei.

Kritiker werfen der Regierung Fahrlässigkeit oder gar eine Verwicklung in den Anschlag auf eine Kundgebung prokurdischer Aktivsten in Ankara vor. Die Regierung hingegen bezeichnet die Tat als Versuch, die regierende AK-Partei vor den kommenden Wahlen zu schwächen. Rücktrittsforderungen der Opposition gegen einzelne Minister wies Präsident Erdogan zurück. Es könne sein, dass Fehler gemacht wurden, aber auch Regierende seien nur Menschen, so Erdogan.