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Scharfe Kurve nach dem "Kirchnerismus": Die Pläne von Argentiniens neuem Präsidenten

Grundlegende Veränderungen kündigen sich mit dem neuen argentinischen Präsidenten an. Der “Kirchnerismus” mit den Amtszeiten von Néstor Kirchner und

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Scharfe Kurve nach dem "Kirchnerismus": Die Pläne von Argentiniens neuem Präsidenten

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Grundlegende Veränderungen kündigen sich mit dem neuen argentinischen Präsidenten an. Der “Kirchnerismus” mit den Amtszeiten von Néstor Kirchner und Cristina Fernández de Kirchner ist beendet. Der Konservative Mauricio Macri will vieles anders machen.

Er ist der erste Präsident des südamerikanischen Landes, der sich einer Stichwahl stellen musste. Anders als viele seiner Vorgänger ist Macri kein Jurist, sondern Ingenieur, in die Politik ging er erst mit über 40 Jahren. Bekannt geworden war der Sohn eines Unternehmers zuvor vor allem als Vorsitzender der Boca Juniors, einem der bekanntesten Sportvereine des Landes.

2007, nur wenige Jahre nach dem Beginn seiner politischen Laufbahn, wurde Macri Bürgermeister von Buenos Aires. Er selbst wurde 1956 in Tandil, rund 360 Kilometer südlich der Hauptstadt, geboren.

Um seine Bekanntheit und seinen politischen Einfluss über Buenos Aires hinaus zu erweitern, gründete Macri unter anderem mit der Mitte-Links-Partei Unión Cívica Radical das Bündnis “Cambiemos” – da steht der Veränderungsdrang schon im Namen.

Vor allem die ökonomischen Herausforderungen sind riesig. Die Inflation liegt bei 30 Prozent, die Energiewirtschaft und der öffentliche Nahverkehr werden stark subventioniert – und das kostet eine Menge Geld. Der Ökonom Marcelo Elizondo malt ein schwarzes Bild: “Seit vier Jahren ist die argentinische Wirtschaft nicht mehr gewachsen. Die Exporte sind vier Jahre lang gefallen. Seit vier Jahren hat der private Sektor keine Arbeitsplätze mehr geschaffen”, so Elizondo.

Zudem lastet immer noch ein Streit mit Gläubigern auf der argentinischen Wirtschaft. Ein US-Gericht verdonnerte Argentinien zur vollen Rückzahlung von 1,5 Milliarden Dollar, das Land weigert sich.

“Das ist der Schlüssel zu ausländischen Finanzierungen”, sagt der Analyst Patricio Giusto. “Das Geld wartet darauf, in Argentinien investiert zu werden, damit neue Finanzierungen für Investitionen im Land in die Wege geleitet werden können.”

Die Getreideausfuhrsteuer behindere die Landwirtschaft, meint Mauricio Macri. Das will er ändern. Und die Schaffung eines einheitlichen Wechselkurses für die Landeswährung Peso hat er sich auch auf die Liste gesetzt. An Herausforderungen mangelt es also ganz sicher nicht.