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Russe von IS-Miliz enthauptet: Tschetscheniens Präsident Kadyrow schwört Rache


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Russe von IS-Miliz enthauptet: Tschetscheniens Präsident Kadyrow schwört Rache

Nach dem Mord an einem 23 Jahre alten Russen hat Ramsan Kadyrow, Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Rache angekündigt. Derjenige, der für die Tat verantwortlich sei, werde nicht mehr lange leben, teilte Kadyrow mit.

Das Opfer, dessen Name in russischen Medien mit Magomed Chasiew angegeben wird, war von einem Kämpfer der Miliz Islamischer Staat enthauptet worden. Chasiew stammte aus Grosny, der Hauptstadt Tschetscheniens. Die IS-Miliz hatte im Internet ein Video verbreitet, das die Tat zeigen soll. Darin wird (in russischer Sprache) zudem mit Anschlägen in Russland gedroht. “Der Mann, der enthauptet wurde, ist ein Tschetschene”, sagte Kadyrow der russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge. “Es gibt bestätigte Fakten, die ich nicht glaube, nämlich dass er für jemanden gearbeitet hat”, so Tschetscheniens Präsident. Er gehe von einer Inszenierung aus, wenn er zugrunde lege, wie der Mann sprach und saß, erläuterte Kadyrow, der zudem eine Beteiligung des US-Auslandsgeheimdienstes CIA an der Tat für möglich hält.

Wie die Mordopfer in früheren IS-Videos trug der 23-jährige Chasiew einen orangefarbenen Anzug. Die Dschihadisten behaupten, der Mann sei vom russischen Geheimdienst FSB in den Nahen Osten geschickt worden, um in Syrien und im Irak Informationen über den IS und russische Staatsbürger zu sammeln, die in Reihen der Dschihadisten kämpfen. Dafür sei er in die Miliz eingeschleust worden, heißt es in dem Video. Dort berichtet Magomed Chasiew, er sei im vergangenen Jahr vom FSB angeworben worden und in Tschetschenien ausgebildet worden, bevor er über die Türkei in den Irak gebracht worden sei. Ob diese Aussage zutrifft oder ob sie aus Chasiew “herausgepresst” wurde, ist nicht bekannt. Der russische Sender Radio Svoboda meldet, der Mann sei in Tscheljabinsk am Ural geboren und mit neun Jahren zu Adoptiveltern nach Tschetschenien gekommen.

Ramsan Kadyrow – er selbst ist Moslem – hatte im November Muslime weltweit dazu aufgerufen, sich gegen die IS-Miliz zu erheben und sie zu zerstören. Kadyrow ist umstritten. Er versteht es, sich medial in Szene zu setzen, posiert mit Waffen und zeigt sich gerne mit Prominenten und Sportlern. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International werfen ihm schwere Verfehlungen vor.

Der Mann, der Magomed Chasiew getötet haben soll, stammt russischen Medien zufolge aus der sibirischen Stadt Nojabrsk, trägt den Namen Anatoli Sejmlanka, ist 28 Jahre alt und russischer Staatsbürger.

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