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Vielfalt und Toleranz von klein auf lernen

Kann man Toleranz und interkulturelles Verständnis lernen? Und ab welchem Alter sollte man damit anfangen?

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Vielfalt und Toleranz von klein auf lernen

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Australien: Bereichernde Vielfalt

Meinung

In dem heutigen Kontext ist es trotzdem möglich mit anderen Kulturen zusammenzuleben und zu arbeiten. Eine große Toleranz ist möglich. Ich sehe das jeden Tag in unserer Kinderkrippe.

Die Kultur der Ureinwohner Australiens ist lange ignoriert und missverstanden worden. Seit mehreren Jahren haben Aborigines die Gelegenheit in Schulen im ganzen Land den Kindern ihre Geschichten und Traditionen zu vermitteln. In dem Programm Discovering Diversity, zu Deutsch Vielfalt entdecken, trifft die Kultur der Ureinwohner auch auf die Kultur der Einwanderer. Ende der 1990er Jahre kamen z.B. verstärkt Familien aus China, Indien und Vietnam nach Australien.

Der Aborigine und Stammesälteste Alan Harris organisiert mit seinen Söhnen Tristan und Azza seit 12 Jahren Kurse, bei denen die Schüler in eine andere Kultur eintauchen. Sie haben vielen Kindern beigebracht, die Aborigines und ihre Kultur zu respektieren. Die Organisation Cultural Infusion ist nicht nur in Australien, sondern auch in Brasilien, Kambodscha, Indien, Südafrika, Indonesien und in Ägypten tätig.

An der Collingwood-Schule haben 80 Prozent der Schüler keine englischen Vorfahren. Den Lehrern zufolge ist es sehr wichtig, dass die Kinder die Kulturen ihrer Mitschüler kennenlernen. Die australischen Schüler lernen mehr über die Ureinwohner und die Geschichte des Landes, in dem sie leben. Sie sind jetzt Teil dieser Geschichte und werden auf ihre Weise das Land prägen.

Belgien: Gemeinsam sind wir stark!

Die Kinderkrippe “Tierlantuin”, in einem multikulturellen Viertel von Ghent: Hier kümmern sich die Erzieher um mehr als 40 Kinder, die zwischen acht Wochen und drei Jahre alt sind. Tierlantuin hat dieses Jahr den Evens-Preis für Friedenserziehung gewonnen. Der Hort setzte sich gegen 13 andere Projekte durch. Der Jury gefiel die Förderung der Vielfalt.

Die Eltern sind jederzeit willkommen. Sie nehmen an den Aktivitäten teil und haben bei wichtigen Entscheidungen auch ein Wörtchen mitzureden. Wenn sie kommen, um ihre Kinder abzuholen, bleiben die Mütter und Väter oft ein wenig länger und nehmen an dem Leben des Horts teil. Heute kochen Eltern und Erzieher gemeinsam eine Suppe. Zum Essen sind auch die Nachbarn eingeladen. Der Hort ist ein richtiger Treffpunkt des Viertels.