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Spitzenkandidaten liefern sich "Schlammschlacht" bei TV-Debatte vor spanischer Parlamentswahl

Kurz vor der spanischen Parlamentswahl am kommenden Sonntag haben die Kandidaten der beiden größten spanischen Parteien in einer Fernsehdebatte

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Spitzenkandidaten liefern sich "Schlammschlacht" bei TV-Debatte vor spanischer Parlamentswahl

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Kurz vor der spanischen Parlamentswahl am kommenden Sonntag haben die Kandidaten der beiden größten spanischen Parteien in einer Fernsehdebatte duelliert. Ministerpräsident Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei PP und der neue Spitzenkandidat der Sozialisten (PSOE) Pedro Sánchez lieferten sich erbitterte Wortwechsel. Am Ende konnte keiner der beiden einen klaren Sieg für sich verbuchen.

Pedro Sánchez, Spitzenkandidat der PSOE:
“Sie hätten von Ihrem Amt zurücktreten sollen, als es an der Zeit war. Am 20. Dezember wird das Volk entscheiden, wer der nächste Ministerpräsident werden wird. Aber sollten Sie weiterhin dieses Amt bekleiden, dann sind die Kosten für unsere Demokratie enorm, denn ein Ministerpräsident sollte eine anständige Person sein, und das, Herr Rajoy, sind Sie nicht.”

Der Kandidat der PSOE griff Ministerpräsident Rajoy wiederholt an, indem er die Serie von Korruptionsskandalen in dessen Volkspartei (PP) vorhielt und ihn bezichtigte, seinen Rücktritt versäumt zu haben.

Rajoy setzte sich gegen Sánchez verbale Attacken zur Wehr und bezeichnete sie als “gemein, niederträchtig und miserabel”. Er verwies darauf, dass seine Regierung Spanien aus der Krise geführt und zu neuem Wachstum verholfen habe.

Mariano Rajoy, der spanische Ministerpräsident konterte:
“Ich bin ein ordentlicher Politiker, zumindest genauso wie Sie es sind. Wenn Sie etwas gegen mich haben, können Sie gern legal gegen mich vorgehen, aber ich werde es nicht akzeptieren, dass Sie meine Aufrichtigkeit in Frage stellen. Ich werde auch nicht über Ihren Kredit mit der “Caja Madrid” sprechen. Ihre Worte sind gemein und niederträchtig. Ihre Rede heute wird Ihnen weiterhin anhaften.”

Auch in der Öffentlichkeit kam die als “Schlammschlacht” wahrgenommene Debatte nicht gut an:

“Rajoy und Sánchez haben alles getan, um uns zu beweisen, was für eine Katastrophe die Spitzenpolitiker dieses Landes sind. Sie haben es geschafft, dass die Leute woanders nach politischen Lösungen suchen, etwa bei “Podemos” oder bei “Ciudadanos”. Ich muss schon sagen, dass das Duell es sehr schwierig macht, den Beiden Vertrauen zu schenken.” sagte eine Anwoherin Madrids.

Als Gewinner des TV-Duells gelten die Parteien Podemos und Ciudadanos. Die Kandidaten der linken Podemos und der liberalen Ciudadanos waren nicht zur Fernsehdebatte eingeladen worden.