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Grauer Winter: Smogalarm in Teheran

Dicke Luft in der iranischen Hauptstadt: Eine Inversionswetterlage und hohe Luftfeuchtigkeit haben die Luftverschmutzung sprunghaft ansteigen lassen

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Grauer Winter: Smogalarm in Teheran

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Dicke Luft in der iranischen Hauptstadt: Eine Inversionswetterlage und hohe Luftfeuchtigkeit haben die Luftverschmutzung sprunghaft ansteigen lassen. Laut der Stadtverwaltung besteht für alle Altersgruppen ein Gesundheitsrisiko.

“Mein Kind konnte heute fast nicht atmen”, so eine Passantin auf der Straße. “Ich musste ihn zum Arzt bringen. Ich gehe selten aus dem Haus, aber heute musste ich.”

Die Luftverschmutzung ist kein neues Problem. Das iranische Gesundheitsministerium spricht von 5000 Toten pro Jahr allein in Teheran, landesweit führt es 80.000 Todesfälle auf die schlechte Qualität der Luft zurück. Linderung bringt oft nur der nächste Wetterumschwung, reinigender Regen oder Schnee.

Ein Großteil der Verschmutzung stammt von den nach Jahren internationaler Sanktionen überwiegend veralteten Autos und Motorräder, viele davon aus iranischer Produktion. Der im Land bereitgestellte Treibstoff ist günstig aber mit Schwefelverbindungen verunreinigt. Abgasfilter und Katalysatoren werden nicht verbaut.

Vier von fünf Fahrzeughaltern umgehen zudem die technische Checks, so Mohammad Rastegari, Chef einer Behörde zur Überwachung der Luftqualität: “In der Stadt fahren drei bis vier Millionen alte Autos, die noch nach wenig stringenten Standards gebaut wurden. Es gibt konkrete Pläne, das zu ändern und die jährlichen Überprüfungen der Autos werden strenger sein.”

Geplant, zumindest auf dem Papier, sind eine Verbesserung der Treibstoffqualität, eine dem Euro-4-Standard entsprechende Abgasnorm und eine Umstellung von Stromkraftwerken auf Gas.

Euronews-Reporter Javad Montazeri: “Obwohl bisherige Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung zu einer leichten Besserung geführt haben, herrscht in Teheran noch immer etwa ein Drittel des Jahres Smog – manchmal auf alarmierendem Niveau.”