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Türkei: Demonstrationen gegen Militäroperationen im kurdischen Osten

In Istanbul und Diyarbakir haben zahlreiche Menschen erneut gegen die Operationen türkischer Sicherheitskräfte im kurdisch geprägten Osten der Türkei

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Türkei: Demonstrationen gegen Militäroperationen im kurdischen Osten

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In Istanbul und Diyarbakir haben zahlreiche Menschen erneut gegen die Operationen türkischer Sicherheitskräfte im kurdisch geprägten Osten der Türkei protestiert. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse gegen die Protestierenden ein. In Istanbul wurden mehr als drei Dutzend Demonstranten verhaftet.

Seit gut einer Woche gehen Sicherheitskräfte in mehreren Städten des Ostens gegen mutmaßliche PKK-Verstecke vor. Rund 10.000 Soldaten und Polizisten sind beteiligt. Offiziellen Angaben zufolge starben dabei bisher rund 110 PKK-Kämpfer. Eine rund zwei Jahre währender Waffenstillstand mit der PKK war im Juli zerbrochen.

In Cizre beschossen Panzer von umliegenden Hügeln aus Ziele in der Stadt, in einigen Vierteln kam es zu Gefechten. Laut örtlichen Quellen sollen etwa 300 Häuser beschädigt sein. In der Stadt Silopi fiel wegen Kampfhandlungen der Strom aus. Einwohnern zufolge werden dort Wasser und Nahrung knapp.

Beide Städte liegen nahe der syrischen Grenze. Seit einer Woche gilt dort in einigen anderen Orten eine totale Ausgangssperre. Die Versorgung soll von den Behörden gewährleistet werden.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte in einer Rede, man werde nicht nachlassen und alle Städte und Berge absuchen, bis sie von sämtlichen “Terrorzentren” befreit seien. Kritiker, darunter der oppositionelle HDP-Politiker Selahattin Demirtaş, werfen Ankara eine Kollektivbestrafung der gesamten kurdische Bevölkerung vor.