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Syrien: Tötung eines Rebellenkommandeurs behindert Abzug von IS-Kämpfern

Der Anführer einer der größten Rebellengruppen in Syrien ist am Freitag bei einem Luftangriff im Osten von Damaskus ums Leben gekommen. Die

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Syrien: Tötung eines Rebellenkommandeurs behindert Abzug von IS-Kämpfern

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Der Anführer einer der größten Rebellengruppen in Syrien ist am Freitag bei einem Luftangriff im Osten von Damaskus ums Leben gekommen. Die sunnitische Miliz Dschaisch al-Islam bestätigte den Tod ihres 44-jährigen Chefs Zahran Alloush. Noch am Freitag ernannten die Gruppen einen Nachfolger, den 40-jährigen Abu Hamam al-Bujdani.

Alloush war der Sohn eines in Saudi-Arabien ansässigen Predigers, seine Miliz gilt als islamistisch aber weniger radikal als die IS-Miliz und war auch an den Oppositionsverhandlungen in Riad beteiligt. Westlichen Geheimdiensten zufolge verfügt sie über 15.000 bis 20.000 Kämpfer.

Nach Angaben der Rebellen wurde ihr Kommandeur getötet, als am Freitag mindestens zehn Raketen in einem geheimen Kommandozentrum der Miliz im Stadtteil Ghouta einschlugen. Damaskus spricht von einem syrischen Luftangriff, die Rebellen selbst machen Russland dafür verantwortlich.

Ghouta gehört zu den am härtesten umkämpften Orten in Syrien. Nach Angaben der USA führten regierungstreue Kämpfer dort 2013 einen Giftgasangriff durch, bei dem 1400 Menschen starben.

Um ihre Kontrolle zu konsolidieren, setzt die Regierung inzwischen auf eine Mischung aus harten Angriffen und Diplomatie. Unter Vermittlung der Vereinten Nationen war zuletzt unter anderem der Abzug von rund 2000 eingeschlossenen IS-Kämpfer und ihren Familien aus einem südlichen Vorort von Damaskus vereinbart worden, inklusive freiem Geleit Richtung Raqqa.

Der Deal scheiterte nun aber. Nach Angaben der libanesischen Hisbollah verweigerte Dschaisch al-Islam wegen der Tötung ihre Anführers Alloush die Durchfahrt der Busse durch ihr Territorium.