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Krieg in der Türkei? Baby und Opa in Cizre getötet

Schon seit Tagen erreichen uns in den sozialen Medien Fotos von grauenvollen Bildern von Zivilisten, die offenbar bei der Militäroperation der

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Krieg in der Türkei? Baby und Opa in Cizre getötet

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Schon seit Tagen erreichen uns in den sozialen Medien Fotos von grauenvollen Bildern von Zivilisten, die offenbar bei der Militäroperation der türkischen Armee gegen die PKK in den Kurdengebieten getötet oder verletzt wurden. Inzwischen gibt es auch offiziell mehr als 200 Tote. Die Zahl der zivilen Opfer ist schwierig zu ermitteln. Viele Tote sind wohl Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder zumindest jugendliche Anhänger. Doch es kursieren im Internet auch Listen mit vielen Namen von Frauen, Kindern und älteren Menschen, offenbar Opfer aus Cizre und Silopi.

Jetzt bestätigt die Nachrichtenagentur AFP, dass in der Nacht zum Samstag bei einem Schusswechsel in der Stadt Cizre ein drei Monate alter Säugling und der Großvater des Babys getötet wurden. Offenbar waren die beiden zwischen die Fronten geraten. Der 73-jährige Mann hatte versucht, seine verletzte Enkelin zu einem Krankenwagen zu tragen, als er selbst tödlich getroffen wurde.

Die Bilder des toten kleinen Mädchens wurden massenhaft auf Twitter und Facebook geteilt. Zum Teil ist es schwierig, die Authentizität dieser Bilder nachzuprüfen.

Verletzte Kinder sind auch auf den Fotos zu sehen, die an diesem Sonntag in Sirnak gemacht wurden, als eine Demonstration für die Menschen in Cizre von Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst wurde.

Der Politikwissenschaftler Ismail Küpeli meint, man müsse von Krieg in der Türkei sprechen. Auch Ayla Albayrak schreibt in einem Artikel des Wall Street Journal von “war zones”, von “Kriegsgebieten”.

Der britische Telegraph beschreibt die schlimmsten Auseinandersetzungen seit Jahren und setzt – wie wir – hinter den Krieg ein Fragezeichen.

Schon zuvor verglichen Augenzeugen die Situation in Cizre mit der in der weitgehend zerstörten syrischen Stadt Kobane.

Die Regierung spricht dagegen von einem Anti-Terror-Einsatz gegen die PKK. Nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) kamen seit Juli durch den Konflikt in den Kurdengebieten mehr als 100 Zivilisten ums Leben.