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Alexis Tsipras und Syriza

Unser No-Comment-Video: http://www.euronews.com/2016/01/23/a-hard-right-turn-for-greece-s-radical-left/ Vor einem Jahr hat die Links-Partei Syriza in

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Alexis Tsipras und Syriza

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Unser No-Comment-Video:
http://www.euronews.com/2016/01/23/a-hard-right-turn-for-greece-s-radical-left/

Vor einem Jahr hat die Links-Partei Syriza in Griechenland den Spieß umgedreht. “Koalition der radikalen Linken” – dafür steht Syriza. Es war die erste radikal-linke Partei, die in Griechenland eine landesweite Wahl gewonnen hat. Doch wie sieht es ein Jahr danach aus?


Die Volksabstimmung


Mit dem Referendum wollte der 39-jährige Alexis Tsipras in die Geschichte eingehen. Am 5. Juli ließ er eine Volksabstimmung abhalten, in der die Griechen darüber abstimmen sollten, ob sie auf der Seite der Gläubiger oder auf der Seite der Regierung sind. Ein eindeutiges Ja zu den Vorschlägen der Regierung war das Ergebnis, was die politischen Gegner und internationalen Partner nur noch mehr provozierte.

Purzelbäume


Doch dann begann Tsipras mit seinen Purzelbäumen. Zuerst entließ er seinen Finanzminister Yannis Varoufakis und ersetzte ihn mit dem moderateren Euclid Tsakalotos. Doch mit den Purzelbäumen ging es weiter. Eine Woche später kommt Tsipras nach Verhandlungen mit den Gläubigern in Brüssel nach Athen zurück, in der Tasche ein Paket, das nicht nur die Opposition, sondern auch die linke Flanke seiner eigenen Partei wütend machte. Diese sprach von einem “grausamen Deal”. Doch im griechischen Volk wurde der Deal zur Überraschung aller Tsipras-Gegner positiv aufgenommen. Sie schienen erleichtert, dass der drohende “Grexit” erst einmal abgewendet war.

Und wieder Gewinner


Auch aus der Wahl am 20. September ging Alexis Tsipras als Sieger hervor. Die ehemaligen Mitglieder seiner Partei, die ihn verlassen hatten, standen als Verlierer da, denen ein Einzug ins Parlament nicht gelang. Dann ging Tsipras ein Bündnis mit der ultra-konservativen Unabhängigkeitspartei ein und bekam so eine dünne Mehrheit im Parlament. Dies nutzt der Führer der Oppositionspartei Nea Demokratia, um vor allem bei sozialen Themen eine Brücke zwischen Links und Rechts zu schlagen.

Opposition erhebt sich


Nach zwei Wochen an der Spitze lag der 47-jährige Mitsotakis in Beliebtheitsumfragen schon vor Tispras. Auch die, die früher hinter Syriza standen, wenden sich immer mehr von der Partei ab: Industriearbeiter, Bauern, Rentner. Ihr Leben hat sich nämlich durch den letzten von Tsipras ausgehandelten Deal verschlechtert. Doch Tsipras ist ein Stehaufmännchen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er das Ruder noch einmal herumreißen wird.

Originaltext von Stamatis Giannisis, Athen