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Aung San Suu Kyi führt Myanmar in eine neue Ära

Sie sind Ärzte, Schriftsteller, Lehrer, Bauern und Fischer und sie sind meist unerfahren in der Politik. Das sind die neuen Abgeordneten in Myanmar

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Aung San Suu Kyi führt Myanmar in eine neue Ära

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Sie sind Ärzte, Schriftsteller, Lehrer, Bauern und Fischer und sie sind meist unerfahren in der Politik. Das sind die neuen Abgeordneten in Myanmar. Nach dem Willen ihrer Parteichefin Aung San Suu Kyi wurden sie mit Kursen für die Parlamentsarbeit geschult. Im neu gewählten Parlament besitzt die Nationale Liga für Demokratie (NLD), die Partei der Friedensnobelpreisträgerin, die absolute Mehrheit.

Der scheidende Präsident Thein Sein rühmte in seiner Abschiedsrede vor dem Parlament den gewaltlosen Reformprozess in Myanmar. Ende März wird er die Macht an die NLD von Aung San Suu Kyi übergeben.

Thein Sein stand der Militärjunta nahe, die Myanmar bis 2011 regierte. Er leitete die Öffnung des Landes ein, die im November zu den ersten freien Wahlen seit 25 Jahren führte.
Die NLD gewann die historischen Wahlen haushoch. Aber 25 Prozent der Parlamentssitze sind nach wie vor für das Militär reserviert.

Das neue Parlament tritt erstmals am 1. Februar zusammen. Dann beginnt auch für Aung San Suu Kyi ein neues Leben.

Sie verbrachte mehr als 20 Jahre unter Hausarrest. Als man sie 1989 festnahm, entschied sie sich gegen die Freiheit im Exil. Während ihrer Festsetzung führte General Than Shwe die Militärjunta bis 1992. Unter seiner Herrschaft war alles verboten: die Oppositionsparteien, die Presse. Ethnische Minderheiten wurden verfolgt.

Am 13. November 2010 entfernte die Polizei die Barrieren vor Suu Kyis Haus. Sie war frei. Einige Tage zuvor hatte die Militärjunta die ersten Wahlen seit 22 Jahren in dem organisiert. Die NLD hatte die Wahlen boykottiert.

Nach einem langen Kampf kann die zierliche Frau aus Rangun endlich ihren Sieg feiern. Aber das Amt der Präsidentin bleibt ihr verwehrt, da ihre beiden Söhne britische Pässe haben. Um das höchste Amt zu bekommen, muss sie die Militärs im Parlament davon überzeugen, die Verfassung zu ändern.

Wer auch immer Präsident wird, steht vor einer riesigen Aufgabe: Er muss ein zerstörtes Land wieder auf Kurs bringen, eines der ärmsten Länder in der Region, in der elementare Bereiche wie Bildung und Gesundheit am Boden liegen.