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ChemChina kauft für 40 Milliarden Euro Schweizer Agrar-Knowhow

Mit der bisher teuersten chinesischen Firmenübernahme im Ausland will der Chemiekonzern ChemChina den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta

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ChemChina kauft für 40 Milliarden Euro Schweizer Agrar-Knowhow

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Mit der bisher teuersten chinesischen Firmenübernahme im Ausland will der Chemiekonzern ChemChina den Schweizer Agrarchemie-Anbieter Syngenta schlucken. Das würden sich die Chinesen 39,2 Milliarden Euro kosten lassen, so beide Unternehmen.

Der Syngenta-Verwaltungsrat empfahl den Anteilseignern einstimmig, das Angebot der Chinesen anzunehmen. Es gilt als wichtiger Schritt in der Strategie Chinas, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch Methoden wie Biotechnologie voranzubringen. Der Syngenta-Vorstandsvorsitzende John Ramsay erklärte, sein Konzern könne durch die Transaktion die Position als Weltmarktführer bei Pflanzenschutzmitteln ausbauen und das Potenzial des Saatgutgeschäfts erheblich vergrößern.

Der Umsatz von Syngenta sank 2015 um 11 Prozent auf 12,22 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (Ebitda) verminderte sich um 5 Prozent auf 2,53 Milliarden Euro, der Überschuss fiel um 17 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro.

Die ChemChina-Übernahme muss möglicherweise einen langwierigen Genehmigungsprozess in der EU und den USA durchlaufen. Eine Kernfrage ist, ob das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) zustimmen muss. Das Aufsichtsgremium prüft Übernahmen auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit und gilt
als nicht besonders chinafreundlich. Syngenta macht schätzungsweise ein Viertel seines Umsatzes in den USA.

Im August hatte der Verwaltungsrat von Syngenta noch eine 42 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte des US-Konkurrenten Monsanto zurückgewiesen. Die geplante Fusion der US-Chemieriesen Dow Chemical und DuPont hatte den Druck in der Branche zuletzt gewaltig erhöht. Mitte Dezember hatten beide Konzerne ihre Pläne öffentlich gemacht. Mit dem neuen
Riesen Dowdupont soll das weltgrößte Chemieunternehmen noch vor dem
alten Spitzenreiter BASF aus Deutschland entstehen.

su mit dpa