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Slowenische Forscher weisen Zika-Virus bei Fötus mit Mikrozephalie nach

Ein Verdacht erhärtet sich: Wissenschaftler in Ljubljana obduzierten einen Embryo mit Fehlbildungen und fanden Zika-Viren.

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Slowenische Forscher weisen Zika-Virus bei Fötus mit Mikrozephalie nach

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Ein endgültiger Beweis könne erst mit weiteren Studien erbracht werden, doch slowenische Forscher haben nun neue Hinweise für einen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und Fehlbildungen im Gehirn von Neugeborenen gefunden.

Meinung

Wir haben eine Diagnose. Es war nicht einfach.

Die Wissenschaftler der Uniklinik von Ljubljana konnten das Virus laut einem Bericht im “New England Journal of Medecine” bei einer Obduktion im Gehirngewebe eines Embryos mit Mikrozephalie nachweisen.

“Nach Monaten der Forschung konnten wir eine Diagnose stellen. Wir haben den Zusammenhang zwischen dem Virus und der unregelmäßigen Gehirnentwicklung nachgeweisen. Es war nicht einfach. Ich bin sehr stolz auf meine Kollegen, die zu dem Ergebnis beigetragen haben”, so Tul Mandic von der Uniklinik von Ljubljana.

Die Mutter hatte sich in Brasilien mit dem Virus infiziert und sich in Slowenien für eine Abtreibung entschieden.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte zu Beginn des Monats eine Sitzung zum Zika-Virus einberufen, nachdem immer mehr Fälle vor allem in Brasilien bekannt wurden. In der Abschlusserklärung hieß es, dass zum Zusammenhang zwischen Mikrozephalie und Zika ein dringender Verdacht vorliege.

Das brasilianische Gesundheitsministerium teilte unterdessen mit, dass man in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Forschern an einem Impfstoff arbeite. Der Wirkstoff soll in einem Jahr entwickelt sein. Tests würden zwei weitere Jahre dauern.

Bis dahin sei die beste Vorsorge der Schutz vor Mückenstichen. Schwangeren Frauen wird zudem geraten, sich vor Reisen in betroffene Länder von einem Arzt beraten zu lassen.

Den Artikel (auf Englisch) im New England Journal of Medecine finden Sie hier.