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FIFA-Kongress in Zürich soll heute Schluss mit der Skandalvergangenheit machen

Die FIFA versucht heute, sich von ihrer skandalgeplagten Vergangenheit zu befreien. In Zürich sind dazu die Vertreter des Weltfußballs

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FIFA-Kongress in Zürich soll heute Schluss mit der Skandalvergangenheit machen

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Die FIFA versucht heute, sich von ihrer skandalgeplagten Vergangenheit zu befreien.

Meinung

Etwas ist nicht ganz koscher in der FIFA-Ethikkommission.

In Zürich sind dazu die Vertreter des Weltfußballs zusammengekommen, um eine neue Führung zu wählen, als Ersatz unter anderem für den inzwischen gesperrten Präsidenten Joseph Blatter.

Am Vormittag stimmten die Mitgliedsverbände bereits über ein Reformpaket ab.

Es enthält unter anderem Macht- und Amtszeitbeschränkungen für Präsident und Exekutivmitglieder. Für die Reformen stimmten 179 der 207 stimmberechtigten Mitglieder, also fast neunzig Prozent und somit weit mehr als die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit.

Die FIFA steckt in ihrer schwersten Krise: Gegen Blatter ermittelt die Schweizer Justiz, wegen Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung. Er soll zum Beispiel Fernsehrechte weit unter Wert verkauft haben, so dass ein “Spezi” damit das Geschäft machen konnte.

Außerdem geht es um eine unerklärte Millionenzahlung an den damaligen UEFA-Chef Michel Platini.

Die FIFA selbst hat Blatter und Platini für jede Tätigkeit im Fußball inzwischen gesperrt, zunächst für acht Jahre, nach einer Berufung jetzt immer noch für sechs Jahre.

Mehrere einstige und jetzige Spitzenvertreter der FIFA sitzen inzwischen sogar in Haft, weil gegen sie die amerikanische Justiz ermittelt.

Der knapp 80-jährige Blatter zeigte sich in einem Gespräch mit der Aargauer Zeitung “schwer enttäuscht”. Dass ihn ausgerechnet die FIFA-Berufungskommission, wo viele alte Weggefährten säßen, gesperrt habe, treffe ihn sehr.

Dass die Kommission seine Sperre reduziert habe, sei “ein schlechter Witz”: Erst recht, wenn das mit seinen großen Verdiensten begründet werde. Wenn es danach gehe, müsse seine Strafe viel geringer ausfallen als die von Platini, sagte Blatter der Zeitung: “Schließlich bin ich um einiges länger
dabei.”

In der FIFA-Ethikkommission (die das erste Urteil gefällt hatte) sei etwas “nicht ganz koscher”, so Blatter weiter. Platini und er seien dort nicht einmal angehört worden: Die Urteile seien damit “nicht menschenrechtskonform”.

Überhaupt stehe die FIFA-Administration momentan unter dem Einfluss der US-Justiz: “So viel ist klar.” Und die Ethikkommission werde von der FIFA-Administration gesteuert – auch wenn sie behaupte, unabhängig zu sein.

Für seine Zukunft sagte Blatter, vorläufig bleibe er in Zürich – auch wenn er nach 41 Jahren weiterhin kein “Züridütsch” rede, fühle er sich hier doch wohl. Er habe aber auch eine Wohnung in Visp in seinem Heimatkanton Wallis (in Visp ist sogar eine Schule nach ihm benannt) und eine kleine in Venthône oberhalb von Siders.