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39 Jahre altes AKW Fessenheim ist "Sicherheitsrisiko"

“Für uns sind solche alten Reaktoren ein Sicherheitsrisiko”, das sagte ein Sprecher der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an diesem

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39 Jahre altes AKW Fessenheim ist "Sicherheitsrisiko"

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“Für uns sind solche alten Reaktoren ein Sicherheitsrisiko”, das sagte ein Sprecher der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an diesem Freitag, nachdem die “Süddeutsche Zeitung” und der WDR berichtet hatten, ein Störfall von 2014 sei gravierender gewesen als bisher bekannt.

Meinung

Für uns sind solche alten Reaktoren ein Sicherheitsrisiko.

Im Statement aus Berlin klingt auch Ungeduld mit der französischen Regierung durch. Einmal sei die Rede davon, das AKW werde 2017 vom Netz genommen, dann wieder heiße es, man wolle erst die Fertigstellung eines neuen Kernkraftwerkes abwarten.

In Frankreich sieht man das alles natürlich ganz anders. Die Agentur AFP berichtet zwar, dass der Sprecher der deutschen Umweltministerin gefordert habe, Fessenheim sobald wie möglich zu schließen, aber es heißt auch, die von den französischen Behörden vorgenommene Klassifizierung des Zwischenfalls als Niveau 1, sei Deutschland zufolge gerechtfertigt gewesen.

Fessenheim ist im Département Haut-Rhin unweit der deutschen Grenze gelegen, 25 Kilometer entfernt von Freiburg im Breisgau. Es ist das älteste der insgesamt 58 französischen AKWs. Es ging 1977 in Betrieb. Frankreichs Präsident Francois Hollande hat es sich zum Ziel gesetzt, die Atomenergie bis 2025 auf 50 Prozent der Stromproduktion zu reduzieren.

Doch auch an der Grenze zur Schweiz gibt es Probleme mit einem alten französischen AKW, dem in Bugey im Département Ain unweit von Lyon. Erst vor wenigen Tagen hat der Kanton Genf Klage gegen Unbekannt eingereicht wegen Gefährdung des Lebens, der Gesundheit und Verschmutzung des Wassers. Das Atomkraftwerk Bugey ist eine der ältesten Atomanlagen in Frankreich. Die vier Reaktoren gingen 1978 und 1979 in Betrieb. Gleichzeitig überlegt Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal,die generelle Betriebsdauer der AKWs auf 50 Jahre zu erhöhen. Voraussetzung ist ein positiver Bericht der Aufsichtsbehörde für die jeweilige Nuklearanlage.

Die Genfer Klage unterstützt die ehemalige französische Umweltministerin Corinne Lepage.

Unser Korrespondent in Brüssel Rudolf Herbert hat über das belgische AKW Tihange berichtet, das den Bewohnern des Dreiländerecks Belgien-Deutschland-Luxemburg Sorgen bereitet.