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EZB-Bazooka: Leitzins auf null, mehr Strafzinsen für Bankeinlagen, Anleihekäufe werden aufgestockt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Geldpolitik erneut gelockert. Die drastischen Maßnahmen: Der Schlüsselzins für die Versorgung der

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EZB-Bazooka: Leitzins auf null, mehr Strafzinsen für Bankeinlagen, Anleihekäufe werden aufgestockt

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Geldpolitik erneut gelockert. Die drastischen Maßnahmen:

Meinung

Die Zinsen bleiben niedrig, sehr niedrig, für lange Zeit

Der Schlüsselzins für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Notenbankgeld (Leitzins) wurde zum ersten Mal auf null Prozent gesenkt, bisher waren es 0,05 Prozent. Und die Notenbank verschärfte den Strafzins für Geschäftsbanken: Der sogenannte Einlagensatz geht von minus 0,3 auf minus 0,4 Prozent.

Mario Draghi, EZB-Präsident:

“Die Zinsen bleiben niedrig, sehr niedrig, für lange Zeit. Wir gehen nicht davon aus, dass es notwendig sein wird, weiter zu runterzugehen.”

Außerdem werden ab April die umstrittenen Anleihenkäufe auf monatlich 80 (bisher 60) Milliarden Euro aufgestockt. Auch Euro-Bonds von Unternehmen außerhalb des Bankensektors mit guter Bonitätseinstufung stehen künftig auf der Kaufliste.

Mario Draghi, EZB-Präsident:

“Wir haben beschlossen, nichtspekulative Euro-Anleihen, die von Nicht-Bank-Unternehmen ausgegeben wurden, in der Eurozone in der Liste der Wertpapiere aufzunehmen, die für regelmäßige Einkäufe in Betracht kommen.”

Eine neue Serie von vier gezielte längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO II) mit einer Laufzeit von vier Jahren wird aufgelegt, beginnend im Juni. Zu sehr günstigen Bedingungen.

Dabei bekommen die Banken Liquidität von der EZB nur, wenn sie dafür Kredite an Unternehmen vergeben. Eingeführt hatte die EZB die TLTROs im Sommer 2014. Draghi will Banken, die mehr Kredite vergeben als vorgesehen, mit Sonderkonditionen belohnen.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann war dieses Mal turnusgemäß nicht stimmberechtigt.

Mit dem Programm wollen die Währungshüter die Wirtschaft ankurbeln und für mehr Inflation sorgen. Im Februar waren die Preise in der Euro-Zone um 0,2 Prozent gesunken. Die EZB peilt mittelfristig eine Teuerung von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an.

Bislang kommt das viele billige Zentralbankgeld nicht im gewünschten Maß in der Wirtschaft an. Die Konjunktur im Euroraum erholt sich nur schleppend, die Inflation ist nach wie vor im Keller.

Im Februar waren die Preise wegen des Ölpreisverfalls sogar um 0,2 Prozent gesunken.

su mit dpa, Reuters