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Die Anschläge galten dem Symbol Brüssels

Zwei Terroranschläge auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem und einer in der Metrostation Maelbeek, in deren Nähe sich der Sitz mehrerer europäischer

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Die Anschläge galten dem Symbol Brüssels

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Zwei Terroranschläge auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem und einer in der Metrostation Maelbeek, in deren Nähe sich der Sitz mehrerer europäischer Institutionen befindet, haben die Stadt erschüttert. Wir luden Didier Leroy in unser Studio ein. Er lehrt an der Königlichen Militärakademie und an der Freien Universität Brüssel.

euronews:
“Haben Sie die Anschläge überrascht?”

Didier Leroy:
“Ich bin davon überrascht, wie schwer sie sind. Die Behörden und Sicherheitsexperten befürchteten seit langem solche Anschläge in Belgien. Denn gemessen an der Bevölkerung ist der Anteil der ausländischen Kämpfer, die in Syrien und im Irak unterwegs sind, und die aus Belgien stammen, höher als in jedem anderen EU-Land. Hinzu kommt, dass Brüssel ein Ziel mit hoher symbolischer Bedeutung ist, wie die Anschläge zeigen.”

euronews:
“Galten die Anschläge dem Brüsseler Symbol?”

Didier Leroy:
“Es ging vor allem darum, die internationale Dimension Belgiens und der europäischen Hauptstadt zu treffen. Den internationalen Flughafen, weil es sich um einen Ort handelt, woher man ins Ausland reist. Zudem befindet sich der Flughafen in unmittelbarer Nähe des Nato-Hauptquartiers, was man nicht aus dem Blick verlieren sollte. Die Attentate galten mehreren Orten, zum Gesamtbild zählt der Anschlag auf einen Zug der Untergrundbahn, der sich zwischen den Stationen Schuman und Maelbeek ereignete. Die beiden Stationen befinden sich in der Nähe europäischer Institutionen, in der Nähe des EU-Parlaments und der EU-Kommission.”

euronews:
“In den vergangenen Wochen sind in Brüssel Waffen und Sprengstoffe gefunden worden. Hat die Verhaftung Salah Abdeslams die Anschläge beschleunigt?”

Didier Leroy:
“Erst wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, ist eine Antwort möglich. Es wäre jedoch erstaunlich, sollte es dazu keine unmittelbare oder keine mittelbare Verbindung geben. Die synchronisierten Anschläge sind vermutlich bereits vor längerer Zeit vorbereitet worden. Dass sie jetzt stattfanden, hängt mit der Verhaftung Salah Abdeslams zusammen.”

euronews:
“Eines der Ziele scheint gewesen zu sein, Angst auszulösen…”

Didier Leroy:
“Es ging zweifelsohne darum, höchste Aufmerksamkeit zu bekommen und großen Schaden mit wenig Aufwand anzurichten, um Angst und Panik auszulösen. Das entspricht im allgemeinen der Propaganda, derer sich die Organisation Islamischer Staat bedient.”

euronews:
“Muss man sich 2016 darauf gefasst machen, dass die terroristische Bedrohung zunimmt?”

Didier Leroy:
“Leider gab es immer schon Terrorismus und politische Gewalt und es wird sie auch weiterhin geben, keinerlei Sicherheitsvorkehrungen können die Risiken vollkommen ausschließen. Der internationale Kontext, die Tatsache, dass eine internationale Koalition in Syrien und im Irak gegen den Islamischen Staat Krieg führt, hat zur Folge, dass die ausländischen Kämpfer immer mehr Zulauf bekommen haben. Wir befinden uns in einer Periode, in einem Abschnitt von Jahren, in dem wir dieser Art von Bedrohungen größte Aufmerksamkeit schenken müssen.”