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FBI knackt Terroristen-iPhone ohne Apples Hilfe

Im Streit um die Entschlüsselung des iPhones eines Terroristen muss Apple vorerst nicht nachgeben, weil die amerikanische Bundespolizei

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FBI knackt Terroristen-iPhone ohne Apples Hilfe

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Im Streit um die Entschlüsselung des iPhones eines Terroristen muss Apple vorerst nicht nachgeben, weil die amerikanische Bundespolizei FBI inzwischen offenbar anders an die Daten gekommen ist.

Die Unterstützung von Apple werde nicht mehr gebraucht, hieß es in den Unterlagen, die die US-Behörden am Montag bei Gericht einreichten.

Schon letzte Woche hatten die Behörden mitgeteilt, möglicherweise einen alternativen Weg gefunden zu haben. Laut israelischen Medienberichten sei eine israelische Spezialfirma an der Entschlüsselung beteiligt gewesen. Bislang wurde das nicht bestätigt.

In dem Rechtsstreit ging es um das iPhone 5C des Attentäters von San Bernardino, der gemeinsam mit seiner Frau 14 Menschen tötete und die Terrororganisation ISIL unterstützt haben soll. Das Paar starb bei einer Schießerei mit der Polizei.

Die Behörden vermuten hilfreiche Informationen auf dem Telefon, betonten aber lange Zeit, zu Entschlüsselung die Hilfe des Computerherstellers zu benötigen. Sie wollten vor allem, dass Apple per Software-Eingriff die Funktion aushebelt, die den Speicherinhalt eines Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird.

Apple warnte vor einem Präzedenzfall, verweigerte sich offiziell und bekam dabei Schützenhilfe von zahlreichen anderen Technologiekonzernen. Das FBI gab hingegen an, es gehe nur um dieses eine Telefon. Mitte Februar hatte die Richterin in dem Fall die Firma angewiesen, dem FBI beim Entsperren des iPhones zu helfen.

Das hat sich nun offenbar erledigt. Auch in der US-Justiz herrscht bei dem Thema keine Einigkeit: In New York läuft schon seit Monaten ein ähnliches Verfahren, in dem sich der Richter eher auf die Seite von Apple und einer großen Zahl besorgter Kunden stellt.

Abgesichert fühlen sich viele iPhone-Nutzer nun trotzdem nicht, der Fall beweist, dass das betreffende iPhone unter Einsatz großer Ressourcen knackbar war. Informationen zur Methode gibt es derzeit nicht. Falls bei der Entschlüsselung eine Sicherheitslücke ausgenutzt wurde, wäre diese theoretisch auch von anderen Parteien nutzbar. Derzeit ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Ermittler schlicht den Löschmechanismus aushebelten und auf den richten Passcode kamen.