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Lionel Messi: Tausche Schuhe gegen Empörung

Daran hatte Lionel Messi nicht gedacht, als er während eines Fernsehinterviews mit einem saudischen Fernsehsender einwilligte, ein Paar seiner

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Lionel Messi: Tausche Schuhe gegen Empörung

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Daran hatte Lionel Messi nicht gedacht, als er während eines Fernsehinterviews mit einem saudischen Fernsehsender einwilligte, ein Paar seiner Fußballschuhe für einen wohltätigen Zweck zu stiften. Das nahmen manche der Zuschauer des Senders, der vor allem auf den ägyptischen Markt ausgerichtet ist, dem argentinischen Dribbler übel. Denn in der islamischen Welt gelten Schuhe als schmutzig, schließlich trampelt man mit ihnen auf allerlei Schmutz herum – also ganz sicher kein Prestigeobjekt oder gar Statussymbol wie mancherorts. Nicht umsonst sind Schuhe vor dem Betreten einer Moschee auszuziehen.

Schon während der Ausstrahlung des Interviews regte sich in Ägypten Protest. “Al-Araby Al-Jadeed zufolge”.https://www.alaraby.co.uk/english/blog/2016/3/29/messis-football-cleat-donation-outrages-egyptians erhielt der Sender unter anderem einen wütenden Anruf des Sprechers des ägyptischen Fußballverbandes. Man brauche Messis Schuhe nicht, er solle sie doch in seiner Heimat Argentinien verschenken, das Land sei ja voller Armut.

Der ägyptische Politiker und Fernsehmoderator Said Hasasin fand noch deutlichere Worte. Die Ägypter seien während ihrer siebentausendjährigen Zivilisationsgeschichte noch nie derart gedemütigt worden. “Ich werde Dich mit meinem Schuh hauen, Messi”, sagte er in seiner Sendung, um dann vor laufender Kamera einen Schuh auszuziehen und diesen symbolisch Argentinien zu spenden.

Jemanden mit einem Schuh zu bewerfen, gilt nicht nur in Ägypten als Beleidigung, Geste der Demütigung und Ausdruck großen Protests.

Und man erinnere sich an folgende Szene, als der damalige US-Präsident George W. Bush bei einem Besuch im Irak von einem Journalisten mit Schuhen beworfen wurde.

Nicht alle nahmen diese Schuh-Geschichte bierernst. Messis Schuhe mit oder ohne Socken sei die Frage, schreibt ein Twitter-Nutzer.

Der ehemalige ägyptische Nationalspieler Mido verteidigte Messi mit einem fast schon fußballphilosophischen Bonmot: “Das Wertvollste, was ein Schriftsteller hat, ist sein Stift. Und das Wertvollste, was ein Fußballer hat, sind seine Schuhe.”

Unverfänglicher ist es wohl, anstatt von Schuhen ein Trikot zu spenden. Ein afghanischer Junge freute sich im Februar jedenfalls über das Geschenk des argentinischen Fußballstars.