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Flüchtlingsfrust in Griechenland: Tsipras kritisiert mazedonischen Grenzer-Einsatz bei Idomeni

Die griechische Regierung ist besorgt über die Situation an der Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Grenzschützer des

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Flüchtlingsfrust in Griechenland: Tsipras kritisiert mazedonischen Grenzer-Einsatz bei Idomeni

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Die griechische Regierung ist besorgt über die Situation an der Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien. Grenzschützer des Nachbarlandes hatten am Sonntag Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse gegen Migranten auf der griechischen Seite eingesetzt, die versuchten, den Grenzzaun zu stürmen.

Meinung

Das ist beschämend für die europäische Zivilisation und für Länder, die Teil dieser europäischen Zivilisation sein wollen

Die Situation bei Idomeni war eskaliert, nachdem hunderte Menschen auf eine Flugblattaktion von Aktivisten hin an den Übergang gekommen und von den Grenzern erneut abgewiesen worden waren.

Während sich inzwischen weniger Menschen über die Ägäis wagen, wachsen bei den rund 50.000 in Griechenland festsitzenden Flüchtlingen und Migranten Ungewissheit und Perspektivlosigkeit. Der Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, sagte, der Umgang mit den Flüchtenden müsse gut überlegt sein. Er warnte vor einer möglichen Radikalisierung frustrierter Migranten.

Auch Ministerpräsident Alexis Tsipras kritisierte die mazedonische Grenzpolizei für ihr Vorgehen: “Das ist beschämend für die europäische Zivilisation und für Länder, die Teil dieser europäischen Zivilisation sein wollen. Ich erwarte, dass sich auch die europäischen Institutionen, internationale Organisationen und das Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen zu dem äußern, was gestern passiert ist.”

Laut Behörden und humanitären Organisationen wurden bei den Auseinandersetzungen am Sonntag mindestens 300 Migranten und 23 mazedonische Polizisten verletzt. Laut Ärzte ohne Grenzen wurden auch drei Kinder von Gummigeschossen getroffen.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte in Brüssel, die Migranten sollten aus Idomeni in andere Lager umgesiedelt werden und über die Gefahren einer illegalen Weiterreise informiert werden. Die griechische Regierung fordert die Migranten immer wieder etwa mit mehrsprachigen Durchsagen in den Lager auf, Gerüchten über eine Grenzöffnung keinen Glauben zu schenken.

Auch am Montag weigerten sich die meisten Betroffenen jedoch, in die offiziellen Aufnahmelager umzuziehen. Nach Schätzungen harren im provisorischen Lager bei Idomeni rund 11.000 Menschen aus. Rund 200 von ihnen gingen am Montag erneut zum Zaun.