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Gespalten: Großbritannien zwei Monate vor dem EU-Referendum

Das britische EU-Referendum beschäftigt seit langem die Gemüter, nicht nur auf der Insel, sondern auch auf dem europäischen Festland. Vor gut zwei

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Gespalten: Großbritannien zwei Monate vor dem EU-Referendum

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Das britische EU-Referendum beschäftigt seit langem die Gemüter, nicht nur auf der Insel, sondern auch auf dem europäischen Festland. Vor gut zwei Monaten, am 20. Februar, verkündete der britische Premierminister David Cameron dann das Datum der Volksabstimmung, den 23.Juni.

Cameron erlebte zwei Tage später ein tief zerstrittenes Unterhaus. Die sonst so klaren Grenzen zwischen links und rechts lösten sich plötzlich auf, als sich die Abgeordneten in Position brachten.

Labour-Chef Jeremy Corbyn zeigte sich wenig enthusiastisch und behielt seine persönlichen Präferenzen zunächst für sich.

Dem konservativen Cameron, der für einen Verbleib in der EU wirbt, blies in der eigenen Partei um so stärker der Wind ins Gesicht. Londons Bürgermeister Boris Johnson kritisierte den zuvor mit der EU ausgehandelten Deal scharf und outete sich Tage später als Anhänger eines Brexits. Und er stand nicht allein: Mit ihm sprachen sich zahlreiche Tories, unter ihnen auch Minister, für ein Austritt aus. Justiz-Minister Michael Gove galt schnell als der starke Mann hinter der Brexit-Kampage. Und auch der Leader of the Commons, Chris Grayling, machte ebenfalls klar, er sei für einen Zukunft ohne die EU.

David Cameron hängte sich derweil höchstselbst ans Telefon, um die Kampagne für einen Verbleib in der EU zu unterstützen – gemeinsam mit der Opposition.
“Es gibt viele Dinge in denen wir mit Labour, Liberalen, Grünen und anderen nicht übereinstimmen”, so Cameron.“Aber die Sache ist die, wir schließen uns zusammen, um die Idee zu unterstützen, dass Großbritannien in einer reformierten EU verbleibt.”

Labour-Chef Jeremy Corbyn, der sich so lange bedeckt gehalten hatte, brach schließlich sein Schweigen und bekannte Farbe: “Man kann keine bessere Welt erschaffen, wenn man sich nicht mit dieser Welt auseinandersetzt, Allianzen schmiedet und Veränderungen herbeiführt. Es hat sich gezeigt, dass die Europäische Union ein wichtiger internationaler Rahmen ist, wo man das tun kann. Deshalb unterstützen wir die Kampagne für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Und ich hoffe, sie werden das auch tun.”

Die Chefin der Scottish NAtional Party, Nicola Sturgeon, hat derweil aus ihrer Meinung kein Geheimnis gemacht. In Interviews gab sie David Cameron sogar Ratschläge für seine Kampagne. Sturgeon hat die Briten aufgerufen, für einen Verbleib in der EU zu stimmen.