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Wahllokale sind offen: Italien stimmt über Ende der Ölförderung vor der Küste ab

Italien stimmt seit Sonntagmorgen in einem Referendum über das Ende der Öl- und Gasförderung vor seinen Küsten ab. Ministerpräsident Matteo Renzi

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Wahllokale sind offen: Italien stimmt über Ende der Ölförderung vor der Küste ab

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Italien stimmt seit Sonntagmorgen in einem Referendum über das Ende der Öl- und Gasförderung vor seinen Küsten ab.

Ministerpräsident Matteo Renzi ist gegen das Referendum. Er verweist auf die 11.000 Arbeitsplätze in der Förderung und rief die Wähler indirekt auf, gar nicht zur Abstimmung zu gehen. Bei weniger als 50 Prozent Beteiligung wäre das Referendum ungültig.

In Frage stehen 44 Gas- und Ölfelder innerhalb der 12-Seemeilen-Zone vor der Küste. Die meisten davon werden vom italienischen Energiekonzern Eni betrieben. Derzeit bedienen sie etwa drei Prozent des italienischen Gasverbrauchs und ein Prozent des Ölbedarfs. Allerdings gibt es Potential nach oben: Laut Analysten könnten sie in zehn Jahren bis zu 20 Prozent des italienischen Bedarfs abdecken.

Pikanterweise war die Volksbefragung von einigen Küstenregionen auf den Weg gebracht worden, in denen Renzis eigene Demokratische Partei regiert. Das “Ja”- Lager fordert, die bestehenden Bohr – und Förderlizenzen nach Ablauf nicht mehr zu verlängern, selbst wenn die Vorkommen noch nicht erschöpft sind. Sie verweisen auf die Umweltrisiken und fordern außerdem einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien.

Sollte die Volksbefragung in einem “Ja” enden, müsste die ersten Plattform im Jahr 2018 und die letzten im Jahr 2034 den Betrieb einstellen. Umfragen legen aber nahe, dass das Referendum an der nötigen Wählerbeteiligung scheitern könnte.

Die Wahllokale sind bis 23 Uhr Ortszeit geöffnet.