Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Pilger aus dem Iran dürfen nicht nach Mekka

welt

Pilger aus dem Iran dürfen nicht nach Mekka

Werbung

Wegen des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und Saudi-Arabien erhalten Iraner keine Reisepapiere für den diesjährigen Haddsch.

Der Streit um die Visavergabe

Der Konflikt zwischen den beiden regionalen Rivalen eskalierte im Januar, als Saudi-Arabiens diplomatische Mission in Teheran von Demonstranten angegriffen worden. Auslöser für die Gewalt war ein Protestmarsch gegen die Hinrichtung eines prominenten schiitischen Klerikers im vorwiegend sunnitischen Saudi-Arabien.

Seither unterhalten die beiden Staaten keine diplomatischen Beziehungen. Saudi-Arabiens Interessen werden von der Botschaft der Schweiz in Iran vertreten. Iran möchte, dass die Schweizer Vertretung Iranern Visa für die Pilgerfahrt ausstellt. Saudi-Arabien hat dagegen vorgeschlagen, dass ein Drittland Reisepapiere bearbeitet. Bisher konnten sich die beiden Länder nicht einigen.

Die Tragödie des letzten Jahres

Im vergangen Jahr waren während des Haddsch bei einer Massenpanik in Mekka 2.000 Menschen ums Leben gekommen. Fast ein Viertel von ihnen waren Iraner.

Angesichts dieser Tragödie warf Teheran den Saudis Unfähigkeit vor. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten erreichten damit einen Tiefpunkt.

Die Reaktion der Saudis

Den Saudis zufolge ist Iran das einzige Land, das die Unterzeichnung einer Vereinbarung für die Organisation des diesjährigen Haddsch verweigert. Iran habe unter anderem eine Teilzuständigkeit für die Reisen ins Königreich verlangt. Das für den Haddsch zuständige Ministerum in Riad bezeichnete die Forderungen Irans als unakzeptabel.

Der Konflikt zwischen den Rivalen

Saudi-Arabiens konservative sunnitische Monarchie betrachtet den vorwiegend schiitischen Iran als Bedrohung für die Stabilität der Region. Die Saudis werfen Iran vor, durch seine Unterstützung schiitischer Milizen konfessionelle Gewalt zu fördern.

Die beiden Mächte stehen sich bereits in zwei regionalen Konflikten — in Syrien und Jemen — indirekt gegenüber. Außerdem hat die Rivalität zwischen ihnen Auswirkungen auf den Ölmarkt.

Nicht der erste Streit während der Pilgerfahrt

Iraner verpassen den Haddsch nicht zum ersten Mal. 1987 gerieten schiitische Pilger und die saudischen Sicherheitskräfte während einer Demonstration aneinander. Mehrere hundert Menschen kamen ums Leben Daraufhin wurden Iraner für fünf Jahre von dem Haddsch ausgeschlossen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel