Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Jemen: Der vergessene Krieg

insiders

Jemen: Der vergessene Krieg

Mit Unterstützung von

Mehr als 6.000 Tote, die Hälfte Zivilisten. Millionen auf der Flucht. 83 Prozent der Bevölkerung brauchen dringend Hilfe – Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente, Treibstoff. Und die Welt schert sich kaum darum: Um den Jemen, in dem seit über einem Jahr Krieg herrscht.

Unser Reporter war im Jemen und brachte exklusives Filmmaterial mit – Bilder der Verwüstung, Interviews mit Vertretern beider Seiten, Hilferufe der Bevölkerung.

Unterstützt von Luftangriffen der arabischen Militärkoalition unter Führung Saudiarabiens versuchen Regierungstruppen, Boden von den Huthi-Rebellen zurückzugewinnen. Diese haben den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und Teile des Militärs zum Überlaufen bewegen können. An Seiten der Kriegsparteien kämpfen Stammesmilizen und Volkskomitees, und Dschihadisten wie Al-Qaida und IS gewinnen vor allem im Süden des Landes an Einfluss.

Menschenrechtsorganisationen klagen beide Gegner an, Kriegsverbrechen begangen zu haben. International geächtete Waffen wie Streubomben sollen ebenfalls eingesetzt worden sein. Woher stammen die Waffen? Wir befragten einen Experten vom Stockholmer Institut für Friedensforschung. Er zeigt auf, wie auch Europa letztlich an diesem Konflikt beteiligt ist.

Die Vereinten Nationen stehen dem Konflikt hilflos gegenüber und warnen vor einer Hungersnot. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat an diesem Freitag auf die verzweifelte Lage im Jemen aufmerksam gemacht. Doch dem UN-Hilfsappell folgten nur wenige: Gerade einmal 16 Prozent der geforderten Summe wurden bislang zugesagt.

Nächster Artikel