Eilmeldung

Sie lesen gerade:

"Eine reale Bedrohung": Höchste Alarmbereitschaft bei Fußball-EM in Frankreich

welt

"Eine reale Bedrohung": Höchste Alarmbereitschaft bei Fußball-EM in Frankreich

Werbung

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-EM heißt es in vielen Teilen des Landes Safety First: Die Sicherheitsvorkehrungen bei Touristenattraktionen, im öffentlichen Verkehr, in Einkauftszentren und natürlich Stadien und Fanmeilen wurden verschärft.

In Paris und Umgebung werden rund 15.000 Sicherheitskräfte eingesetzt, landesweit sind es 90.000.

Sieben Monate nach den Anschlägen in der Hauptstadt ist die Angst vor einem Terroranschlag während der Großveranstaltung höher als je zuvor.

“Es ist eine reale Bedrohung und ich hätte dieses Amt nicht inne, wenn ich Ihnen nicht klar sagen würde, dass die Bedrohung jetzt und für eine ganze Weile besteht. Daher müssen wir jegliche Vorkehrungen treffen, um den Erfolg der Europameisterschaft sicherzustellen”, so Präsident François Hollande in einem Radio-Interview.

In unmittelbarer Nähe des Stade de France, im Norden von Paris, hatten sich im vergangenen November drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland vor vollbesetzem Stadion.

Während der EM werden dort nun über 2.000 Sicherheitsbeamte eingesetzt. Eine eigens eingerichtetes Zentrale übernimmt die Koordination.

Doch die Fußballfans werden sich nicht nur in den Stadien versammeln. Auch die Fanmeilen sind potentielle Ziele für Terroranschläge. Im südfranzösischen Nizza findet das Public Viewing im Zentrum der Stadt, unweit der Uferpromenade statt.

“Die Besucher der Fanmeile werden durch einen ersten, abgeschlossenen Bereich geschleust. Dort können Taschen abgegeben werden und es gibt Metalldetektoren. Um in die Fanmeile zu gelangen, muss man durch einen weiteren Sicherheitsbereich – ähnlich wie man es von Flughäfen oder Bahnhöfen in Frankreich kennt”, erklärt Jean-Louis Truglio von der Polizei in Nizza.

Auch im Pariser Parc des Princes wird es insgesamt 25 Sicherheitskontrollen geben. Fünf Zugänge führen in das Stadion. Doch wie sieht es mit dem Luftraum aus? Ziad Khoury, der EM-Sicherheitschef erklärt: “Es wird eine Flugverbotszone über jedem Trainingsplatz und jedem Stadion geben und wir werden mit der Regierung zusammenarbeiten, um während der meisten Spiele ein Anti-Dronen-Sytem einzusetzen. Diese Technologie ist recht innovativ und verhilft uns dazu, jegliche Drohne, die in dem Bereich aufgespürt wird, zu kontrollieren.”

Für das vier Wochen dauernde Turnier erwartet die Grande Nation rund sieben Millionen Besucher, davon etwa 900.000 aus dem Ausland. Ein mulmiges Gefühl wird bei vielen wohl trotz der nie dagewesenen Sicherheitskontrollen bleiben…

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel