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Revolte gegen Labour-Parteichef: Corbyn lehnt Rücktritt ab

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Revolte gegen Labour-Parteichef: Corbyn lehnt Rücktritt ab

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Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, lehnt einen Rücktritt ab. Den innerparteilichen Kritikern, die ein Misstrauensvotum gegen ihn anstrengen, entgegnete er, er werde das Vertrauen der Parteibasis, die ihn gewählt habe, nicht verraten. Im Falle eines Misstrauensvotums durch die Unterhausfraktion, müsse es eine demokratische Neuwahl geben, an der er teilnehmen wolle.

Corbyn hatte in der Nacht zum Sonntag den Schattenaußenminister Hilary Benn entlassen. Benn hatte Corbyn Führungsschwäche vorgeworfen und bezweifelt, dass die Partei mit Corbyn an der Spitze eine Neuwahl in den kommenden Monaten gewinnen könne. Benn soll einen Aufstand in der Labour-Fraktion gegen Corbyn angezettelt haben.



Elf weitere Mitglieder des Schattenkabinetts traten daraufhin von ihren Posten zurück. Corbyn war im Spätsommer 2015 überraschend von der Parteibasis mit großer Mehrheit zum Labour-Vorsitzenden gewählt worden. In der Unterhausfraktion hat er so gut wie kaum Unterstützer.

Corbyns Gegner werfen ihm vor, nicht ausreichend für den Verbleib Großbritanniens in der EU geworben zu haben. Wahlanalysen hatten ergeben, dass viele Labour-Hochburgen vor allem in Nordengland für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hatten. In der Unterhausfraktion setzte sich die überwältigende Mehrheit für den Verbleib Großbritanniens in der EU ein.



Am Montagabend (19.00 Uhr MESZ) wollen die Labour-Abgeordneten zusammentreffen, um die Führungsfrage zu erörtern. Möglicherweise wird ein Misstrauensantrag gegen Corbyn gestellt.

Falls es zu einer Neuwahl des Labour-Chefs kommt, ist fraglich ob Corbyn die Unterstützung von 20 Unterhausabgeordneten für eine neue Kandidatur zusammebringen kann. Allerdings ist umstritten, ob Corbyn überhaupt Unterstützungsunterschriften braucht.

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