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Tödlicher Angriff auf Polizisten in Dallas: Die Fakten

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Tödlicher Angriff auf Polizisten in Dallas: Die Fakten

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Es war die tödlichste Nacht für Sicherheitsbeamte seit dem 11. September 2001. Fünf Polizisten starben während eines Protestmarschs gegen Polizeigewalt in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Heckenschützen hatten das Feuer eröffnet und gezielt auf Polizisten geschossen. Sieben weitere Beamte und zwei Zivilisten wurden in der Attacke verletzt. Die Fakten:

Der Angriff
Polizisten sicherten am Abend in Dallas einen Protestmarsch gegen Polizeigewalt, als Heckenschützen das Feuer eröffnen. Polizeichef David Brown sagte, die Schützen hätten sich in erhöhter Position und in einem strategischen Dreieck postiert. Einigen ihrer Opfer hätten sie in den Rücken geschossen. Augenzeugen sagten, die Taten hätten an Hinrichtungen erinnert. US-Medien beschrieben die Täter als professionell und taktisch trainiert.

Handyvideos zeigen, wie die Demonstranten nach den ersten Schüssen und Gewehrsalven im Schock auseinanderlaufen.

Die Opfer
Der 43 Jahre alte Bret Thompson ist eines der Opfer. Er hatte seit 2009 bei der Polizei in Dallas gearbeitet. Als ein weiteres Opfer wurde Patrick Zamarripa identifiziert.

Omar Cannon, 44, Misty McBride, 32, und Jesus Retana, 39, wurden durch Schüsse verletzt.

Shetamia Taylor nahm an dem Protestmarsch teil. Sie wurde ins Bein geschossen und ist eines der zivilen Opfer der Heckenschützen.

Die Festnahmen
Die Polizei in Dallas hat drei Menschen festgenommen. Zwei Männer wurden verhaftet als sie versuchten, in einem Auto zu fliehen. Eine Frau wurde in der Nähe eines Parkhauses festgehalten, in dem sich ein weiterer Attentäter verschanzt hatte. Dieser Mann sagte, er habe vor allem weiße Polizisten töten wollen. Außerdem sagte er, in der Stadt seien Sprengsätze versteckt. Er beging Selbstmord. Die Polizei schließt nicht aus, dass noch weitere Täter auf freiem Fuß sein können. Angaben zur Identität der Festgenommenen gibt es noch nicht.

Der Protestmarsch:
Anlass für die Demonstration war der Tod von zwei Afroamerikanern in dieser Woche, die von Polizisten erschossen worden waren. Philando Castile wurde in Minnesota in seinem Auto bei einer Polizeikontrolle erschoßen. Seine neben ihm sitzende Freundin streamte das schockierende Erlebnis live auf Facebook. Nur einen Tag zuvor hatten Polizisten in Louisiana den Afroamerikaner Alton Sterling aus nächster Nähe erschossen.

Reaktionen
US-Präsident Barack Obama hat sich tief bestürzt über die Bluttat gezeigt. Die Tat erfülle ihn mit Abscheu, sagte Obama am Freitagmorgen beim NATO-Gipfel in Warschau. Er sprach von einer gezielten Attacke auf Polizisten. Es handele sich um eine „bösartige, kalkulierte und verabscheuungswürdige“ Tat.

Hillary Clinton, die mutmaßliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, sprach den Familien der Getöteten ihr Beileid aus.

Donald Trump, der von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll, sandte “Gebete und Beileidsbezeugungen” zu den Familien und verlangte die Wiederherstellung von “Gesetz und Ordnung”.

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