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Neue Kämpfe im Südsudan

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Neue Kämpfe im Südsudan

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In Juba, der Hauptstadt des Südsudans, ist die Lage dramatisch. Mehr als 270 Menschen sind getötet worden. Augenzeugen berichteten von zwei Bombenexplosionen in der Nähe des UN-Hauses, die Mission der Vereinten Nationen berichtete von Gewehrfeuer und Granateneinschlägen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Kämpfe als alarmierend. Sie seien “ein neuer Verrat” an den Menschen im Südsudan, erklärte Ban schon am Vorabend des fünften Unabhängigkeitstages des jungen Staats.

Die neuen Kämpfe waren ausgebrochen, als am Freitagabend in der Nähe des Präsidentenpalasts in Juba geschossen worden war. Sie sollen begonnen haben, während Präsident Salva Kiir sich mit seinem Stellvertreter, dem früheren Rebellenführer und derzeitigem Vizepräsidenten Riek Machar, traf. Die beiden haben gemeinsam alle Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen.

Der Stabschef der SPLA, des militärischen Teils der Regierungspartei, Paul Malong Awan, sagte die Armee habe belastbare Informationen das nicht identifizierte bewaffnete Gruppen planten, Zivilisten anzugreifen. Er forderte Zivilisten auf, zu Hause zu bleiben. Soldaten forderte er streng auf, sich nicht an solchen Taten zu beteiligen.

Der Süden hatte sich in 2011 nach einem jahrzehntelangem blutigen Bürgerkrieg vom Sudan abgespalten. Der junge Staat war von seinen Bürgern mit frenetischem Jubel begrüßt worden, er kommt aber nicht zur Ruhe. Im Dezember 2013 war ein Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskaliert. Der neue Konflikt forderte Zehntausende Opfer; über 1, 5 Millionen Menschen flohen vor der Gewalt.

Die verfeindeten Parteien unterzeichneten auf Druck der internationalen Gemeinschaft in 2015 schließlich ein Friedensabkommen und bildeten kurz darauf eine Regierung der nationalen Einheit.

In den vergangenen Jahren war der Unabhängigkeitstag am 9. Juli groß gefeiert worden. Die für Samstag geplanten Feiern waren jedoch wegen
Geldmangel abgesagt worden.

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