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Massenandrang: Zehntausende Venezolaner stürmen kolumbianische Geschäfte

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Massenandrang: Zehntausende Venezolaner stürmen kolumbianische Geschäfte

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Venezuela hat erstmals seit elf Monaten die Grenze zu Kolumbien für Lebensmitteleinkäufe kurzfristig geöffnet. Zehntausende Venezolaner reisten am Sonntag in die kolumbianische Stadt Cúcuta, um
Lebensmittel und Medikamente einzukaufen.

Ada Marquez ist schon ganz früh über die Grenze gekommen. Sie meint: “Ich musste weinen, als ich über die Brücke lief. Ganz Venezuela will nach Kolumbien, um das zu kaufen, was es bei uns nicht gibt. Und jeden Tag gibt es weniger.”

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Eine galoppierende Inflation macht die Ersparnisseder Bürger zunichte, in den Supermärkten mangelt es an Lebensmitteln.
Wegen fehlender Devisen können viele Unternehmen dringend benötigte Rohstoffe nicht mehr einführen.

Auch Bernarda Olivero ist über die Grenze zum Einkaufen gekommen. Sie hat die freiverkäuflichen Medikamente gefunden, die sie brauchte. Sie sagt: “Ich bin erleichtert. Endlich konnte ich die Medikamente kaufen, die es bei uns nicht gibt.” Und Carmen Velazco meint: “Wir haben keine Nahrungsmittel, wir haben kein Öl zum Braten, kein Mehl. Deshalb bin ich hier.”

Die Käufer aus Venezuela erklärten, dass die Produkte in Kolumbien trotz der starken Abwertung der venezolanischen Währung und der mutmaßlich von den kolumbianischen Händlern kurzfristig erhöhten Preise immer noch billiger seien als auf dem Schwarzmarkt in ihrem Heimatland.

Die Regierung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hatte im August 2015 die Grenzübergänge nach Kolumbien gesperrt, um den Warenschmuggel und das Eindringen von kolumbianischen Paramilitärs zu stoppen.

Am Donnerstag hatten rund 500 Frauen den Übergang von Táchira nach Cúcuta durchbrochen, um Lebensmittel einzukaufen. Der Gouverneur des venezolanischen Grenzbundesstaates Táchira, José Gregorio Velma Mora, erklärte, die Regierung habe die zwölfstündige Öffnung erlaubt, um einem weiteren illegalen Durchbruch vorzubeugen, den die Opposition organisieren wollte. Wegen der vielen Menschen an den Grenzübergängen verlängerten die kolumbianischen Behörden die Öffnungszeit um mehrere Stunden.

Die kolumbianische Bevölkerung zeigte sich gastfreundschaftlich und freute sich eher über die einfallenden Nachbarn, als dass sie ihnen feindlich gegenübergestanden wären. Alt und Jung machte sich auf den Weg über die Grenze nach Kolumbien:

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