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Brüchige Waffenruhe im Südsudan: Teile der Oppositionseinheiten laufen zur Regierung über

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Brüchige Waffenruhe im Südsudan: Teile der Oppositionseinheiten laufen zur Regierung über

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Im Südsudan haben Teile der bewaffneten Oppositionseinheiten mit der neuen Waffenruhe offenbar die Seiten gewechselt und sich dem Präsidenten Salva Kiir unterstellt.

Kiir und sein Widersacher, Vizepräsident Riek Machar, hatten nach den schweren Gefechten der vergangenen Tage beide zu einer Waffenruhe aufgerufen, die seit Montagabend trotz einiger Brüche offiziell in Kraft ist. An den Kämpfen waren auch Panzer und Kampfhubschrauber beteiligt.

Dau Aturjong, ein bis zuletzt auf Machars Seite stehender General erklärte nun öffentlich: “Die mir unterstellten Kräfte werden nicht gegen die Regierung kämpfen. Die südsudanesischen Menschen wollen und sollen Frieden haben. Wir wollen nicht weiter einen sinnlosen Krieg führen.”

Der UN-Sicherheitsrat hat bereits zur Einhaltung des Friedensabkommens vom vergangenen Jahr aufgerufen. Laut der Regierung kamen in der Hauptstadt Juba seit Ausbruch der Kämpfe am Donnerstag mindestens 272 Menschen ums Leben, darunter 33 Zivilisten.

Die Vereinten Nationen äußerten sich sehr besorgt über den neuen Gewaltausbruch: “Ersten Schätzungen zufolge sind mindestens 36.000 Menschen wegen der Kämpfe geflohen und haben in Flüchlingslagern der UN-Mission und anderswo in der Stadt Zuflucht gesucht”, so UNOG-Sprecherin Alessandra Vellucci. “Die meisten der Betroffenen sind Frauen und Kinder. Der Zugang zu ihnen ist wegen der anhaltenden Kämpfe und unsicheren Lage begrenzt.”

Beobachter hielten zuletzt einen neuen Bürgerkrieg in dem Land für nicht ausgeschlossen. Aufgrund der schlechten Sicherheitslage in dem seit fünf Jahren unabhängigen Land haben unter anderen die USA ihr Botschaftspersonal abgezogen.

Auch Japan evakuiert gut 70 Staatsbürger, die dort in der diplomatischen Dienst oder der Entwicklungshilfe arbeiten und schickte dazu nun drei C-130 Transportmaschinen des Militärs ins Nachbarland Dschibuti.

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