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Afghanistan: Schneeleoparden sollen Touristen anlocken

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Afghanistan: Schneeleoparden sollen Touristen anlocken

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Der vom Aussterben bedrohte Schneeleopard ist in Afghanistan zurück: Das zeigen Videos aus dem Wakhan-Bezirk, einer nordöstlichen Provinz des Landes. Laut Schätzungen lebt eine Population mit möglicherweise hundert Tieren in diesem Gebiet. Seit sieben Jahren bemüht sich die Wildlife Conversation Society (WCS) um den Schutz der bedrohten Raubkatzen. Kürzlich wurde ein Nationalpark geschaffen. In den vergangenen Jahrzehnten war die Anzahl der Schneeleoparden zurückgegangen: Sie wurden um ihrer Pelze willen gejagt und Bauern töteten sie, um ihr Vieh zu schützen:

“In der Vergangenheit haben wilde Tiere eine Menge Vieh getötet, aber jetzt gibt es Schutzmaßnahmen, in den vergangenen drei Jahren gab es keine Zwischenfälle mit wilden Tieren in den Ställen”, sagt der WCS-Projektmanager Sayed Naqibullah.

2009 begann die WCS, geschützte Ställe mit Überdachungen aus Metallgeflecht zu bauen. Seit 2002 gibt es ein landesweites Verbot, Schneeleoparden zu jagen.

“Wir bekommen Berichte aus allen Provinzen, dass die Jagd illegal weitergeht, sei es aus Armut, als Hobby oder, um die Felle teuer auf dem Markt zu verkaufen”, erzählt Mostapha Zaher, Generaldirektor der nationalen Umweltschutzbehörde Afghanistans.

Die Schutzbemühungen werden von der örtlichen Bevölkerung unterstützt, obwohl die Schneeleoparden in einer der ärmsten Regionen eines der ärmsten Länder der Welt lange als Bedrohung angesehen wurden. Eine Schülerin meint: “Seit die WCS hier ist und das Jagdverbot gilt, steigt die Anzahl der wilden Tiere wieder und mehr Touristen kommen nach Wakhan.”

Afghanische und ausländische Wissenschaftler haben Monate in einem Lager im Sarkandtal verbracht, um die Tiere zu beobachten sowie Kameras und Fallen zu installieren. Sie sammelten rund 5000 Bilder. Außerdem gelang es ihnen, vier Schneeleoparden mit GPS-Sendern auszustatten.

“Es ist ein neues Konzept für die Menschen hier, so zu denken ist eine neue Herangehensweise für Afghanistan. Es braucht Zeit, bis es greift. Aber es geht voran und die Leute beginnen zu verstehen, dass sie kein bisschen Land verlieren. Und das ist das Wichtige”, meint WCS-Landschaftsexperte Ashley Vosper.

Die Erholung der Schneeleopardenpopulation gibt auch dem Tourismus in dem armen Land Auftrieb. Der Schneeleopard ist die Attraktion des Nationalparks, auch wenn es unwahrscheinlich ist, eine der Raubkatzen zu sehen.

“Es gibt ein großes Potenzial für Ökotourismus und ebenso für Menschen, die sich für Archäologie, Anthropologie interessieren oder Forscher, die nach Afghanistan kommen. Menschen, die sich für die Gletscherschmelze, Bergsteigen oder die Umwelt interessieren”, so Mostapha Zaher.

Bisher besuchen jährlich rund 100 Touristen den Wakhan-Bezirk. Auch dank der neuen Attraktion hofft man, in Zukunft Tausende von Touristen anzulocken.

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