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Italiener leitet katholische Kirche im Heiligen Land


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Italiener leitet katholische Kirche im Heiligen Land

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Der italienische Erzbischof Pierbattista Pizzaballa hat sein Amt als provisorischer Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem angetreten. Damit ist er der höchstrangige Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land. Er ersetzt den bisherigen Patriarchen Fouad Twal, der wegen seines Altes von 75 Jahren seinen Rücktritt eingereicht hatte. Pizzaballa sprach unter anderem über die Flüchtlingskrise.



Weiter äußerte er Sorgen über das Schicksal der Christen im Nahen Osten. Deren Situation im Irak und Syrien sei katastrophal. Seit dem ersten Jahrhundert gebe es Christen im Irak, so der Franziskaner. In beiden Ländern ist die Zahl an Christen in den vergangenen Jahren rapide gesunken. Pizzaballa wird bis zur Ernennung eines neuen Lateinischen Patriarchen im Amt bleiben.

Erst am Dienstag hatte die Deutsche Bischofskonferenz mit deutlichen Worten auf die Lage der Christen im Nahen und Mittleren Osten aufmerksam gemacht. In weiten Teilen dieser Region drohe dem Christentum die “Auslöschung”, hieß es.

Die Zahl der Christen von Nordafrika bis nach Pakistan sinke durch Terror und Vertreibung bedenklich, sagte DBK-Experte Ulrich Pöner am Dienstag bei der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda.



Bashar Warda, Erzbischof von Erbil (Irak), rief als Gast dazu auf, Unterstützung für die letzten verbliebenen Christen dort zu leisten: “Bitte vergessen Sie uns nicht. Es ist keine Zeit mehr für Worte.”

Um im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Vertreibung bestehen zu können, brauche es starke Militäreinsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat: Die einzige Sprache, die der IS verstehe, sei Krieg, sagte Warda.

Wegen Krieg und Terror seien die Christen im Mittleren Osten stark dezimiert: Im Irak sei die Zahl von 1,5 Millionen im Jahr 2003 – dem Beginn der US-geführten Militärintervention – auf mittlerweile nur noch 300 000 gesunken. In Syrien hätten zwei Drittel von ihnen das Land verlassen, berichtete Warda. Die Menschen bräuchten Hilfe, etwa würdevollen Wohnraum, gesundheitliche Grundversorgung, Unterstützung im Bildungsbereich und Arbeitsplätze.

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