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Ukraine: Gedenken an das Massaker von Babi Jar

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Ukraine: Gedenken an das Massaker von Babi Jar

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In der Ukraine wird derzeit an eines der monströsesten Verbrechen der Nazis erinnert: Das Massaker von Babi Jar. Vor 75 Jahren wurden an nur zwei Tagen Zehntausende Juden aus Kiew in der Schlucht Babi Jar ermordet. An dem Massaker waren neben Deutschen auch ukrainische Nationalisten beteiligt. Neben dem deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck nahmen jetzt auch Vertreter der EU und anderer Staaten am Auftakt der einwöchigen Gedenkveranstaltungen teil.


Gauck sagte: “Indem ich mich vor all den Opfern von einst verneige, stelle ich mich an die Seite der Menschen, die heute Unrecht benennen, Verfolgten Beistand leisten und unverdrossen für die Rechte der Menschen eintreten, denen die Menschenrechte versagt werden”.

Der Bundespräsident bezeichnete den Prozess, sich der eigenen deutschen Schuld zu stellen und dem Versagen nicht auszuweichen, auch viele Jahre nach dem 2. Weltkrieg als nicht abgeschlossen und generationenübergreifend. “Im Bewusstsein dessen wenden wir uns immer wieder Opfern zu, die hilflos dem Unrecht, der Not und der Verfolgung ausgesetzt waren oder sind.”

Der eigenen Schuld kann man nicht ausweichen.

Joachim Gauck Bundespräsident Deutschlands

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte: “Die Tragödie von Babi Jar ist ein Weckruf für die gesamte Menschheit. Jedes Regime, das die Menschenrechte und Freiheiten mit Füßen tritt, ist eine Bedrohung für die Menschheit.”


Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in einem Telefongespräch ihr Mitgefühl aus. “An diesem Tag sind wir bei ihnen”, sagte Merkel dem Präsidialamt in Kiew zufolge.

EU-Ratspräsident Donald Tusk mahnte, ohne den Syrienkonflikt ausdrücklich zu erwähnen: “Schweigen und Gebete sind nicht genug.” Angesichts des Massengrabes Babi Jar sei es eine Pflicht einzugreifen, wenn Unschuldige angegriffen werden.


Am 29. September 1941 mussten sich die verbliebenen Juden Kiews zu Sammelpunkten der Stadt begeben. Danach ging es in die Schlucht von Babi Jar. 36 Stunden dauerte das Massaker, 33.771 Frauen, Männer und Kinder wurden erschossen. Bei weiteren Massakern in Babi Jar wurden bis Ende der deutschen Besatzung von Kiew 1943 mehr als 100.000 Menschen umgebracht.

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