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Van Gogh-Bilder in Mafia-Villa in Italien gefunden


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Van Gogh-Bilder in Mafia-Villa in Italien gefunden

Zwei vor 14 Jahren gestohlene Van-Gogh-Bilder sind im Landhaus eines Mafiabosses in Castellammare di Stabia bei Neapel gefunden worden. Die Polizei hatte einen Hinweis erhalten. Sie waren in Baumwolltücher eingewickelt. 2002 waren die beiden Kunstwerke aus dem Amsterdamer Van-Gogh-Museum entwendet worden.

Staatsanwalt Giovanni Colangelo sagte, es seien eindeutig die echten Van Goghs. Experten hätten dies bestätigt.

Schon länger war spekuliert worden, dass die Gemälde in den Händen der Mafia waren.

Axel Rüger, der Direktor des Van Gogh Museums, sagt: “Anfang der Woche waren wir informiert worden, dass zwei Bilder gefunden worden waren und man bat uns, einen Experten von unserem Museum zu schicken. Das war das erste, was wir hörten.”

Das Amsterdamer Van Gogh Museum will nun nur noch eins. “Natürlich wollen wir die Bilder so schnell wie möglich mit nach Hause nehmen”, sagte Rüger in Neapel. “Aber wir müssen wohl noch etwas Geduld haben.” Denn die beiden Bilder sind in dem Prozess in Italien wichtige Beweisstücke.

2005 waren zwei Männer in den Niederlanden für den Diebstahl verurteilt worden, die aber nie die Drahtzieher preisgaben.

Der italienische Kulturminister Dario Franceschini erklärte, die geglückte “Operation Vincent” zeige, dass Italien stark im Kampf gegen den illegalen Kunsthandel sei.

Offensichtlich waren die Bilder in den Händen des Drogenbosses Raffaele Imperiale. Er soll im großen Stil in den Kokainhandel mit Südamerika verwickelt gewesen sein. Nach seiner Festnahme Anfang des Jahres berichteten italienische Medien von seinem Luxusleben und Immobiliengeschäften in Dubai. Der entscheidende Hinweis auf die Gemälde kam wohl von einem Komplizen, der mit Imperiale festgenommen worden war.

Was der Mafiaboss mit den Van Goghs wollte, ist ebenso unklar wie warum ausgerechnet die beiden Frühwerke von Vincent van Gogh gestohlen wurden. Bei den jetzt gefundenen Gemälden handelt es sich um die “Meeressicht bei Scheveningen” (1882) und “Die reformierte Kirche von Nuenen mit Kirchgängern” (1884/1885).

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