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Irak: Offensive auf IS-Hochburg Mossul könnte demnächst beginnen

Im Irak laufen die Vorbereitungen für die Offensive auf Mossul.

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Irak: Offensive auf IS-Hochburg Mossul könnte demnächst beginnen

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Im Irak laufen die Vorbereitungen für die Offensive auf Mossul. Die Regierung will die Stadt schon bald von der Miliz Islamischer Staat zurückerobern. An dem Angriff nehmen neben irakischen Soldaten unter anderem auch kurdische Peschmerga und von der Türkei ausgebildete Kämpfer teil. Unterstützt wird der Angriff von der US-Luftwaffe. Die Speerspitze am Boden bilden irakische Spezialkräfte.

Meinung

Im schlimmsten Fall sind eine Million Menschen von der Offensive betroffen.

Lise Grande UN-Koordinatorin im Irak

Ein Soldat sagte: “Wir kamen am frohen Morgen hier an. Wir wollen und werden Mossul befreien und sicherstellen, dass die Familien nach Hause zurückkehren können.”

Derzeit sammelt sich die Truppen vor den Toren Mossuls. In wenigen Tagen könnte es losgehen, melden türkische Medien. Unterdessen warnen Hilfsorganisationen vor einem neuen Flüchtlingsdrama als Folge der Offensive.

Lise Grande, die humanitäre Koordinatorin der UN für den Irak, sagte: “Die Vereinten Nationen schätzen, dass Mossul im schlimmsten Fall der weltweit komplexeste humanitäre Einsatz in diesem Jahr werden könnte. Die Lage ist aus vielen Gründen so komplex. Die Militäroperation ist massiv. Und im schlimmsten Fall sind bis zu anderthalb Millionen Einwohner in der Stadt davon betroffen.”

Im Moment gibt es laut den Organisationen aber offenbar nicht genügend Plätze in Notlagern, um alle potentiellen Flüchtlinge aufzunehmen. Bislang gebe es in Notaufnahmelagern und Flüchtlingscamps Plätze für rund 51.000 Menschen, sagte der Sprecher der Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC), Karl Schembri, der Deutschen Presse-Agentur. Im Bau oder in Planung seien Plätze für rund 230 000 Menschen. Dabei ist jedoch unklar, wann diese fertig sein werden.

Nach Angaben des Hilfswerks Oxfam hat die irakische Regierung 13 Notaufnahmelager für Flüchtlinge ausgewiesen, ihr Ausbau und ihre Einrichtung hätten allerdings bisher kaum begonnen. Mossul ist seit 2014 in der Hand des IS.

Vor kurzem zerschlug der IS in Mossul offenbar eine geplante Rebellion. 58 Menschen seinen hingerichtet worden, berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen. Die mutmaßlichen Rebellen seien ertränkt und dann in einem Massengrab außerhalb der Stadt verscharrt worden, hieß es. Unter den Hingerichteten sei auch ein ehemaliger Vertrauter des IS-Führers Abu Bakr al-Baghdadi, heißt es. Dieser Vertraute habe die Rebellion geleitet, so Reuters.