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Hongkong: Parlamentssitzung nach Streit um neugewählte Jung-Demokraten abgebrochen

Eine 25-Jährige und ein 30-Jähriger erschienen trotz Sperre im Saal. Sie hatten china-kritische Schimpfwörter in ihren Abgeordneteneid einflochten.

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Hongkong: Parlamentssitzung nach Streit um neugewählte Jung-Demokraten abgebrochen

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In Hongkong hat die widerspenstige Haltung zweier im September neugewählter Abgeordneter am Mittwoch erneut für Gegenproteste und Chaos im Parlament gesorgt.

Die 25-jährige Yau Wai-ching, und der 30 Jahre alte Baggio Leung, zwei demokratische Aktivisten, erschienen trotz einer Sperre im Sitzungssaal, um ihren Amtseid abzulegen. Dabei wurden sie von demokratischen Parlamentariern gegen pro-chinesische Parlamentarier und Ordner abgeschirmt. Die Sitzung wurde nach 30 Minuten abgebrochen.

Ihre vorangegangene Vereidigung vor zwei Wochen hatte der Parlamentspräsident für ungültig erklärt, weil sie dabei Passagen durch china-kritische Beleidigungen ersetzt und mit Bannern die Unabhängigkeit Hongkongs gefordert hatten. Auf Druck der pro-chinesischen Fraktion sind sie seither vorübergehend von den Sitzungen ausgeschlossen.

Die demokratische Fraktion im Parlament spricht von einer zunehmend autoritären Kontrolle der Sonderverwaltungszone durch Peking und fordert den Rücktritt des Parlamentspräsidenten.

Auch vor dem Parlament gab es Proteste, diesmal allerdings von pro-chinesischen Aktivisten. Sie fordern den Rücktritt oder eine Entlassung der beiden jungen Parlamentarier.