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Proteste gegen Pipeline: US-Polizei geht gegen Indianerstämme vor

Ureinwohner sehen heilige Stätten in Gefahr

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Proteste gegen Pipeline: US-Polizei geht gegen Indianerstämme vor

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Im US-Bundesstaat North Dakota geht die Polizei gegen Demonstranten vor, die gegen eine Öl-Pipeline protestieren. Mehrere hundert Polizisten waren im Einsatz, sie setzten auch Reizgas gegen die Demonstranten ein. Mindestens 117 wurden festgenommen, darunter eine Frau, die auf einen Polizisten geschossen hatte.

Bei dem Konflikt geht es um die Rechte der Ureinwohner. Viele der Demonstranten sind Nachkommen von Indianern. Sie vertreten den Standpunkt, die Pipeline würde heilige Stätten bedrohen. Außerdem sehen sie eine Gefahr für Gewässer, wenn die Pipeline Leck schlägt. Unterstützer des Dreieinhalb-Milliarden-Euro-Projekts sagen dagegen, die Pipeline würde den Öltransport sicherer machen. Bisher wird das Rohöl in Tanklastern oder per Eisenbahn von North Dakota zu den Raffinerien an den Golf von Mexiko gebracht.

Der Konflikt geht schon mehrere Monate. Die Mitglieder der Indianerstämme berufen sich unter anderem auf einen Vertrag von 1851. Demnach seien sie die rechtmäßigen Besitzer des Gebiets nahe des Standing Rock Sioux Reservats, durch das die Pipeline verlaufen soll.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass ein Top-Manager bei der Betreiberfirma der geplanten Pipeline, Energy Transfer Partners, den US-Präsidentschaftskandidaten Trump mit Spenden in Höhe von mehr als 90.000 Euro unterstützt hat. Der Republikaner Trump gilt als wahrscheinlicher Unterstützer von Öl- und Gasprojekten, sollte er die Präsidentschaftswahl gewinnen.