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US-Wahl: "Es wird für die republikanische Regierung schwierig"


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US-Wahl: "Es wird für die republikanische Regierung schwierig"

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In den USA gehen die Menschen nach der Wahl von Donald Trump auf die Straße. Die Mehrheit der Wähler hat für Hillary Clinton gestimmt, aber das amerikanische Wahlsystem ist kompliziert und bevorzugt nicht unbedingt den beliebtesten Kandidaten. Schon bei der Wahl von George W. Bush war das der Fall, als dieser gegen den Demokraten Al Gore verlor. Wie es jetzt weitergeht in Amerika, im Weißen Haus und im US-Kongress analysiert Euronews-Korrespondent Dr. Stefan Grobe im Gespräch mit Euronews-Journalistin Catherine Hardy in Lyon.

Catherine Hardy Zornige Menschen auf den Straßen, versöhnliche Worte von Trump und Clinton: Euronews-Korrespondent Stefan Grobe in den USA, Sie sind genau am richtigen Ort, um uns zu erzählen, wie sich die Amerikaner fühlen, jetzt, wo sich der Schock etwas gelegt hat. Stefan Grobe Hier in New York City sind die Menschen immer noch schockiert von der Wahlniederlage. Man muss aber bedenken, dass das amerikanische Wahlsystem die Wählerstimmen in den ländlichen Gebieten in der Mitte des Landes bevorzugt. So wurde Donald Trump gewählt. Es gab auch keinen großen öffentlichen Ausdruck der Freude oder der Unterstützung nach der Wahl. Er ist einfach der am meisten mißbilligte, am meisten gehasste, unpassendste Wahlsieger in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Wie es jetzt weitergeht, hängt davon ab, wie der neugewählte Präsident sich verhält, wie er auf den anderen Teil des Landes zugeht, den Teil, der auf der Landkarte der Wählerstimmen blau eingefärbt ist und für Clinton gewählt hat. Und nicht zu vergessen: Clinton hat die Mehrheit der Wählerstimmen bekommen, die meisten Amerikaner haben sie Donald Trump vorgezogen.

“Peinliches Treffen im Weißen Haus

Die Regierung von Obama und die künftige Trump-Mannschaft sind ja grundverschieden. Mit welchen Problemen rechnen Sie bei der Amtsübergabe?

Ich sehe da keine großen Probleme. Das größte ist wohl die starke persönliche Abneigung zwischen Donald Trump und Barack Obama. Erinnern wir uns: Bis letztes Wochenende, eigentlich bis Montag, hat Barack Obama sich stark gegen Trump eingesetzt. Er hat gesagt, dieser Mann sei nicht reif für das Amt des Präsidenten nach all den Beleidigungen. Gleichzeitig hat Donald Trump Obamas Präsidentschaft immer infrage gestellt und zum Beispiel Obamas Geburtsort in Amerika angezweifelt. Die beiden mögen sich nicht und Sie können sich ausmalen, wie dieses peinliche Treffen im Weißen Haus verlaufen ist. Abgesehen davon glaube ich, dass wir eine sehr professionelle Übergabe haben werden. Das ist Amerika: Wechsel, politische Veränderungen verlaufen friedlich und glatt. Sie sollten ohne Störung ablaufen, das hat Barack Obama ja bereits angekündigt.

Wie lange dauert es Ihrer Ansicht nach, bis wir die Auswirkungen der Trump-Regierung in den USA sehen werden?

Gute Frage. Trump hat viel versprochen und die Latte mit seinem politischen Programm hoch gelegt. Erinnern wir uns an die Mauer zwischen den USA und Mexiko, Obamacare rückgängig machen und durch etwas anderes ersetzen, das Meiste von dem, was Obama geschaffen hat, ungeschehen machen. So direkt ohne den Kongress kann er nur ein paar Dinge umsetzen. Barack Obama hat viele Verordnungen erlassen, weil der Kongress handlungsunfähig war. Donald Trump kann es jetzt genauso machen. Er kann einfach Anweisungen unterschreiben, die das rückgängig machen, was Präsident Obama gemacht hat. Es wird für die republikanische Regierung ebenfalls schwierig sein, Gesetze durch den Kongress zu bringen, denn die Republikaner sind intern quasi in zwei Parteien gespalten. Es gibt die Rechten, die gegen Veränderungen sind, und den gemäßigteren Flügel, der kompromissbereit ist. Wie das mit Trump im Weißen Haus zusammenspielt, ist die große Frage. Wir sind alle sehr gespannt.

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