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Muss Facebook gegen "Fake-News" kämpfen, die Trump zum Triumph geführt haben?


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Muss Facebook gegen "Fake-News" kämpfen, die Trump zum Triumph geführt haben?

Offiziell lehnt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg jede Verantwortung für den Wahlsieg von Donald Trump ab. Die Anschuldigungen, die vielen Pro-Trump- und Anti-Clinton-Falschmeldungen in der Timeline von Millionen Facebook-Nutzern hätten zum Wahlsieg des republikanischen Kandidaten beigetragen, bezeichnete Zuckerberg als “pretty crazy idea” (“ziemlich verrückte Idee”).

Doch hinter den Kulissen regt sich offenbar Kritik. Buzzfeed berichtet von einer unoffiziellen Taskforce von Facebook-Mitarbeitern, die sich bereits geheim getroffen haben, um das Problem zu besprechen.

Tatsächlich ist Facebook daran interessiert, dass die Nutzer möglichst viel Zeit nur auf ihrer Timeline besprechen – und sich dabei auch die Werbung des Unternehmens anschauen. Dabei filtert das soziale Netzwerk die gezeigten Beiträgen je nach den Interessen des Nutzers. So werden beispielsweise Leuten, die sich für Trump interessieren, nur noch Pro-Trump-Einträge gezeigt. Das Pro-Clinton-Lager sah offenbar nur noch Posts, die für ihre Kandidatin plädierten – und hat wohl auch deshalb die Lage vor der US-Wahl falsch eingeschätzt.

Dieses Prinzip gilt natürlich auch für die deutschsprachigen Facebook-Seiten.

Mehrere Studien wie die des Nieman Lab haben nachgewiesen, dass Falschmeldungen hunderttausendfach geteilt wurden – wie die, dass Hillary Clinton im Fall des Wahlsieges von Trump einen Bürgerkrieg erklären wolle und dass der Papst dazu aufgerufen habe, Trump zu wählen.

Google versucht jetzt offenbar zumindest zu verhindern, dass die, die solche Falschmeldungen verbreiten, dafür auch noch mit Werbeeinnahmen belohnt werden. Die gemeinsame Aktion mit Facebook sei schon vor der US-Wahl geplant gewesen, heißt es. Nicht nur Facebook, auch Google hatte Fake-News verbreitet. In der Wahlnacht war die Falschmeldung, Donald Trump habe auch insgesamt die meisten Stimmen erzielt und den Sieg im Popular Vote davongetragen unter den Top-Meldungen bei Google.

Neben BuzzFeed meldet auch die New York Times, dass nicht alle Facebook-Mitarbeiter Zuckerbergs Meinung vertreten, “99% aller Facebook-Meldungen seien korrekt”, wie er in einem sehr langen Post nach der US-Wahl erklärt.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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