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USA: Anstieg von Hassverbrechen nach Wahl von Donald Trump


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USA: Anstieg von Hassverbrechen nach Wahl von Donald Trump

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Hakenkreuze, homophobe Beleidigungen und andere Graffitis – gesprüht auf eine Kirche in Dean Blossom im US-Bundesstaat Indiania. Es ist eines von 400 Hassverbrechen, die seit der Wahl von Donald Trump verzeichnet wurden.

Die Anzahl dieser Hassverbrechen ist rasant angestiegen, wie das Southern Poverty Law Center, eine Bürgerrechtsorganisation zur Bekämpfung von Rassismus und Extremismus in Alabama, registrierte. “Was wir beobachten ist, dass sich der Großteil dieser Übergriffe gegen Einwanderer und Muslime richtet. Es gibt auch sehr viele gegen Schwarze gerichtete Hassverbrechen”, erklärt Forschungschef Mark Potok.

Der Hass macht sich vor allem in den sozialen Netzwerken bemerkbar, wo viele Opfer oder Zeugen Details zu solchen Übergriffen gepostet haben. Sogar Kinder sind beteiligt, entweder als Täter oder als Opfer, wie ein entsetzter Familienvater berichtet: “Sie haben meinem Sohn gesagt: du bist Mexikaner und musst jetzt auf eine andere Schule und du gehst zurück nach Mexiko.”

Das Southern Poverty Law Center nimmt Donald Trump in die Verantwortung: seine schmutzige Wahlkampagne hätte rassistische Tabus gebrochen und somit die Zungen befreit.

“Wir haben einen schrecklichen Präsidenten, der zufällig Afro-Amerikaner ist. Es gab nie eine größere Spaltung der Gesellschaft, wie wir sie gerade erleben”, so Trump im Wahlkampf.

Weiße Nationalisten und rechte Extremisten gratulierten Trump dazu, Obamas Nationalität in Frage gestellt zu haben. Sie sind begeistert von seiner Wahl und sehen ihren Kandidaten im Weißen Haus. Ex-Ku-Klux-Klan-Anführer David Duke twitterte am Wahlabend: “Unsere Leute haben eine große Rolle für die Wahl von Trump gespielt!”

Fünf Tage nach seiner Wahl hat Donald Trump – der seit dem Wahlabend Präsident aller Amerikaner sein will – in einem Interview auf CBS appeliert, mit den Hassverbrechen aufzuhören: “Ich bin so traurig darüber so etwas zu hören und sage: Hört auf! Wenn es hilft, werde ich folgendes sagen, und ich werde es direkt in die Kameras sagen: Hört auf damit!”

Nicht genug für Extremismusforscher Mark Potok: “Ich denke, Donald Trumps Antwort auf diese Welle von Hassverbrechen stammt nicht wirklich von ihm selber, kommt einen Tag zu spät und ist unglaublich unaufrichtig. Unterm Strich ist es doch so, dass es Donald Trump selber ist, der das Feuer geschürt hat.”

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