Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Heftige Kritik am EU-Energiepaket


Redaktion Brüssel

Heftige Kritik am EU-Energiepaket

Bereits vor der Vorstellung des EU-Energiepakets hagelt es Kritik. Mit dem sogenannten Winterpaket will die EU-Kommission den Strommarkt, die Förderung erneuerbarer Energien und die Vorgaben für mehr Energieeffizienz neu regeln. Erneuerbare Energien soll jedoch keinen bevorzugten Zugang zu den Netzen bekommen.

“Ohne diesen Zugang können Netzbetreiber andere Technologien bevorzugen”, kritisiert Tara Conolly von Greenpeace, “Nuklearenergie oder Kohlenenergie. Die Anreize gehen verloren, Hindernisse für die Einspeisung erneuerbarer Energie beiseitezuräumen.”

Experten kritisieren zudem, dass mit der angepeilten Energieeffizienz von 30 Prozent die Klimaziele nicht erreicht werden können. “40 Prozent würde bedeuten, dass bis 2030 eine Viertelmillion Menschenleben gerettet werden könnten, denn zu den Ursachen für einen vorzeitigen Tod zählt die schlechte Luftqualität”, meint Brook Riley von der Organisation Friends of the Earth Europe.

Hans Ten Berge vom Branchenverband der europäischen Elektrizitätswirtschaft begrüßt, dass die Bürger künftig mehr als bisher die Möglichkeit haben sollen, elektrische Energie zu erzeugen und selbst zu verkaufen: “Weniger Beihilfen tun dem Markt gut, Solaranlagen, dezentralisierte Verbrennungsanlagen, mehr Netze und Speicherkapazitäten fördern den Wettbewerb. Den Bürgern dient die beste wirtschaftliche Lösung. Nicht Brüssel, nicht die Politiker entscheiden darüber, sondern letzten Endes die Verbraucher.”

Veröffentlicht werden die Vorschläge der Kommission an diesem Mittwoch, Entwürfe kursieren jedoch bereits seit Wochen.