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Kurz vor der Staatshilfe: Monte dei Paschi di Siena funkt "SOS" an Anleger

Die schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat ihre dringend benötigte Kapitalerhöhung gestartet.

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Kurz vor der Staatshilfe: Monte dei Paschi di Siena funkt "SOS" an Anleger

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Die schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei

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""Hält Italien gleich beim ersten großen Test die Regeln nicht ein, ist die Bankenunion nicht glaubwürdig" Christoph M. Schmidt, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI in Essen und Vorsitzender des Sachverständigenrats der deutschen Bundesregierung"

Paschi di Siena (MPS) hat ihre dringend benötigte Kapitalerhöhung gestartet. Der Verkauf neuer Aktien für 5 Milliarden Euro soll die Bank mit frischem Geld versorgen und Staatshilfe vermeiden.

Bis Donnerstag müssen kaufwillige Anleger Flagge zeigen: Institutionelle Investoren können die Wertpapiere bis dann ordern, Kleinanleger haben bis Mittwoch Zeit, so das Geldhaus am
Wochenende. Das Geld wird benötigt, um Verluste bei
der Auslagerung fauler Kredite im Umfang von 28 Milliarden Euro
ausgleichen zu können.

Die älteste Bank der Welt steckt seit Jahren in der Krise. Im Sommer wurde ein Rettungsplan geschnürt, der unter anderem die Aufstockung des Eigenkapitals bis zum Jahresende vorsieht.

Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen durch die
Regierungskrise nach dem Verfassungsreferendum Anfang Dezember hatte MPS die aufsichtführende Europäische Zentralbank (EZB) um eine Fristverlängerung gebeten. Diese wurde jedoch ausgeschlagen.

Wie viel Geld Monte dei Paschi über den Verkauf neuer Aktien
einnehmen muss, hängt davon ab, wie erfolgreich eine zweite Säule des Rettungsplans ist: Parallel können die Besitzer von Anleihen ihre Schuldpapiere in Aktien umtauschen. Scheitert die Kapitalerhöhung, hält sich die Bank offen, um Staatshilfe zu bitten – die EZB hat Wohlwollen signalisiert.

Der Wirtschaftsweise Christoph M. Schmidt hat vor italienischen Staatshilfen für die Krisenbank Monte dei Paschi gewarnt.

“Die Restrukturierung der Bank sollte nach den verabredeten Regeln erfolgen, sprich die Gläubiger der Bank müssen zu ihrer Rettung beitragen, nicht die Steuerzahler“, so Schmidt nach Medienberichten (“WAZ”). Halte Italien dagegen “gleich beim ersten großen Test die Regeln nicht ein, ist die Bankenunion nicht glaubwürdig”, warnte Schmidt, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI in Essen und Vorsitzender des Sachverständigenrats der Bundesregierung.

su mit dpa, Reuters