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Der Weg von Anis Amri - im Gefängnis in Italien radikalisiert?


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Der Weg von Anis Amri - im Gefängnis in Italien radikalisiert?

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den flüchtigen 24-jährigen Tunesier Anis Amri wegen des Lastwagen-Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt erwirkt. Das teilte eine Sprecherin der Behörde am Abend in Karlsruhe mit. Amri ist einem Fernsehbericht zufolge wenige Stunden nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an einem Salafistentreffpunkt in Berlin gefilmt worden. Der rbb veröffentlichte Observationsbilder, die den 24 Jahre alten Tunesier vor einem Moschee-Verein zeigen sollen. Demnach wurde Amri am frühen Dienstagmorgen gefilmt, also knapp acht Stunden nach dem Anschlag. Weitere Observationsbilder sollen den Tunesier an derselben Stelle am 14. und 15. Dezember zeigen. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Ort der Observation war die Vorderseite des Gebäudes des Moschee-Vereins. Dieser war am Donnerstag nach dpa-Informationen von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei gestürmt worden. Der Moschee-Verein “Fussilet 33” wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime – meist Türken und Kaukasier – für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz “Islamischer Staat” in Syrien radikalisiert worden sein.

Die Familie des Gesuchten in Tunesien hat sich unterdessen vor Anis Amri gestellt. “Ich kann es gar nicht glauben, dass Anis so etwas gemacht haben soll”, sagt die 28-jährige Schwester Najwa. Er habe doch noch am Sonntag angerufen. Einen Tag, bevor er in Berlin einen Lkw in einen Weihnachtsmarkt gesteuert und mindestens zwölf Menschen getötet haben soll. “Anis war nie religiös. Er hat getrunken, er hat gefeiert, er hat Popmusik gehört.” Er sei ein ganz normaler Junge gewesen.

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