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The Corner: Interview mit Luciano Moggi

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The Corner: Interview mit Luciano Moggi

The Corner: Interview mit Luciano Moggi
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Hallo und herzlich willkommen zu unserer ersten Ausgabe von “The Corner” im neuen Jahr. Wir beginnen mit einem besonderen Rückblick. Luciano Moggi ist eine umstrittene Figur im italienischen Fußball. Der ehemalige Sportdirektor von Juventus Turin ist unwiederbringlich mit dem ‘‘Calciopoli-Skandal” verbunden. Unsere Kollegin Cinzia Rizzi hat ihn in Turin interviewt:

CINZIARIZZI
‘‘10 Jahre später sind die Schockwellen des Calciopoli Skandals noch zu spüren. Werden wir jemals ein Ende dieses traurigen Kapitels erleben?”

LUCIANOMOGGI
‘‘Nein, es ist hart, weil die Entschuldigung für diejenigen die verlieren immer Calciopoli ist. Wenn Inter gegen uns verliert, heißt es immer Calciopoli. Der Grund dafür ist, dass sie im Jahr 2006 15 Punkte Rückstand auf Juventus hatten, aber es hat sich nichts geändert, obwohl Calciopoli nicht mehr existiert. Ich denke, es ist wichtig sich daran zu erinnern, aber für die Fans ist es schwer. Die Fans von Juvntus haben ihre Sicht der Dinge und die Fans anderer Mannschaften haben einen anderen Blick auf den Skandal. Die Mannschaften, die verlieren, sind immer noch diejenigen, die sich am meisten beschweren.

CINZIARIZZI
“Sie wurden vom Gericht beschuldigt und ich zitiere: “Der Schöpfer eines illegalen Systems zu sein, der zwischen 2004 und 2005 die Ligaspiele manipuliert hat. Moggi kontrollierte alles und hatte die Macht Journalisten und die Medien zu beeinflussen”.

LUCIANOMOGGI
“In der Tat wurde ich als der Schöpfer des Calciopoli betrachtet, aber sie haben noch nicht festgestellt, was genau den die Betrügereien waren. Die Betrügereien waren nur im Kopf derjenigen, die dieses Verfahren eingeleitet haben. Juventus hat gewonnen, weil Moggi Juventus geholfen hat, aber das ist nicht der Fall. Juventus hat gewonnen, weil wir gute Spieler hatten, weil wir besser als die anderen waren. Der Skandal betraf alle Vereine, nicht nur Juventus, man muss das ganze System betrachten, nur Juventus, sondern alle anderen Vereine auch.”

CINZIARIZZI
‘‘Unglücklicherweise ist Calciopoli nicht der einzige Skandal. Im vergangenen Jahr wurde die FIFA von einem Sturm erschüttert, der damalige Präsident Sepp Blatter und Uefa Chef Michel Platini mussten gehen. Wie denken sie darüber?”

LUCIANOMOGGI
“Nun ich glaube, dass weise Menschen sagen würden, das die Führer dieser Organisationen, die den Fußball beherrschen, unbedeutend sind. Ich möchte nicht sagen, dass sie unehrlich waren, aber es geht sicher in diese Richtung.”

CINZIARIZZI
“Glauben sie, dass Gianni Infantino, der im Februar zum neuen FIFA-Präsidenten gewählt wurde, dies ändern könnte, und das Image der FIFA und des Fußballs erneuern kann?”

LUCIANOMOGGI
“Er versucht das zu tun, denn er unterscheidet sich von seinen Vorgängern. Er will das Beste für den Fußball, sein einziger Fehler ist, dass er ein Inter-Fan ist, wenn man das so sagen darf. Ich glaube wirklich an Gianni Infantino, weil Fußball für ihn eine Herzensangelegenheit ist. Im Gegensatz zu Blatter und Platini, die etwas anderes in der Nähe ihres Herzens hatten.”

CINZIARIZZ
“Bis vor einigen Jahren kamen große Namen in die Serie A nach Italien. Sowohl Trainer als auch Spieler. Heute bevorzugen sie Spanien, Deutschland, England und auch Frankreich. Warum?”

LUCIANOMOGGI
“Weil sie dem italienischen Fussball nicht vertrauen, das ist klar. Nicht nur große Spieler kommen nicht mehr, auch unsere besten Trainer gehen ins Ausland, zum Beispiel Antonio Conte, Fabio Capello und Carlo Ancelotti. Die Besten gehen zu den großen europäischen Vereinen. Aus dem Ausland kommen nur die Reservisten nach Italien, die niemand sonst will und das ist sicher etwas, was viel über den italienischen Fußball sagt.”

CINZIARIZZI
“In den vergangenen Jahren hat sich der europäische Fußball immer mehr in Richtung Asien entwickelt. Es gibt mehrere Unternehmer, die aus Asien kommen, um in Klubs zu investieren, aber auch europäische Spieler, die nach Asien, insbesondere nach China, gehen. Wie kommt das?”

LUCIANOMOGGI
“Sie kommen nach Italien, um etwas über Fußball zu lernen. Es kommt niemand zu uns, um uns zu zeigen, wie man Fußball spielt, das können sie nicht. Spieler gehen nach Asien, weil sie dort in einem Jahr so viel verdienen können, wie hier in vier Jahren, das sagt viel aus. Wir gehen dorthin, um ihnen etwas über Fußball beizubringen, sie kommen hierher um etwas über Vermarktung zu lernen, nicht um etwas über Fußball zu lehren, sonst würden sie unsere Trainer nicht holen.”

CINZIARIZZI
“Können sie sich vorstellen außerhalb Italiens jemals wieder in der Welt des Fußballs tätig zu werden?”

LUCIANOMOGGI
“Wir werden sehen, aber ich muss etwas sagen. Ich genieße es, ein Journalist und ein Kolumnist zu sein, weil ich viele gute Ratschläge für Trainer habe und ich weiß, dass sie lesen, was ich schreibe. Wenn ich einen Fehler mache, ist das keine große Sache. Auf der anderen Seite, wenn ich in einem Fußballverein arbeite und Fehler mache, trage ich die Konsequenzen, deshalb macht es viel mehr Spaß, ein Journalist zu sein.”

CINZIARIZZI,
‘‘Danke, für ihren Besuch.”

LUCIANOMOGGI
‘‘Ich danke Ihnen.”